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Rosegger, mit Glanz rehabilitiert

Heinz Sichrovsky über "Jakob der Letzte" als Sommertheater

NEWS Kulturchef Heinz Sichrovsky © Bild: News Herrgott Ricardo

Inmitten der zur Marginalität verzwergten und zur Bedeutungslosigkeit ausgedünnten sommerlichen Shakespearenestroymolièrefeydeauschnitzlerevitavereintopfungen konnte ich am vergangenen Sonntag das Andere, Besondere erleben. Schauplatz war Peter Roseggers Heimathof in Alpl/Krieglach. Von einer halsbrecherisch in den Steilhang gebauten Zuschauertribüne blickt man auf eine Spielfläche, die ein Zimmermann zwischen die Dächer zweier ebenerdiger Häuschen gezaubert hat.

Dort wurde nun Felix Mitterers Dramatisierung des Romans „Jakob der Letzte" uraufgeführt, von Michael Schilhan in archaischer Einfachheit inszeniert, gespielt vom großartigen August Schmölzer und einem starken Ensemble. Zu Schulzeiten hat man uns mit dem zur Karikatur idyllisierten Rosegger bis zum Erbrechen gequält, und welch großartiger, bildmächtiger gesellschaftspolitischer Visionär war er doch! Jakob der Letzte ist ein Bauer, der um den Preis des eigenen Lebens Gegenwehr leistet, als ihm die Großgrundbesitzer sein Land abpressen wollen. Zwölf Vorstellungen sind ausverkauft, so bedrängend ist die antikapitalistische Botschaft. Schon denkt man daran, das Stück jährlich wie einen steirischen „Jedermann“ zu zeigen.

Und anders als der Salzburger Großheuchler wäre Jakob der Letzte in der Tat ein Anwärter auf Ewigkeit.

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