"Sicherheitsring" für EURO 2008: Rund ums Happel-Stadion wurden erste Bäume gerodet

Grüne, ÖVP und FPÖ kritisieren "Baum-Mord" heftig Insgesamt sollen 56 Bäume gefällt werden

"Sicherheitsring" für EURO 2008: Rund ums Happel-Stadion wurden erste Bäume gerodet

Beim Wiener Ernst-Happel-Stadion sind nach Angaben der Grünen die ersten der insgesamt 56 Bäume gefällt worden, die für die Fußball-Europameisterschaft 2008 einem "Sicherheitsring" weichen müssen. Die Grünen beklagten dies, und auch der Wiener FPÖ-Gemeinderat Kurth-Bodo Blind trat gegen den "Baummord" auf. Die ÖVP stieß sich an der hohen Zahl der zu rodenden Bäume.

Durch das Fällen des Baumbestandes rund um das Stadion im Prater soll den Einsatzkräften bei der EM ausreichend großer Bewegungsspielraum ermöglicht werden. Zu diesem Zweck hatten Experten eine Schutzzone von 20 Metern im Umkreis festgelegt.

"Wien lässt Motorsägen sprechen"
Der Grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch beklagte, dass eine ähnliche Problemstellung in Deutschland bei zahlreichen Fußballstadien anders gehandhabt worden sei. "Die angebliche Umweltmusterstadt Wien lässt dagegen die Motorsägen sprechen", klagte der Grün-Politiker. Dabei attackierte Maresch namentlich den zuständigen SPÖ-Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, Gerhard Kubik: "Vorauseilender Gehorsam ist offensichtlich sein Motto."

Harte Kritik auch von ÖVP und FPÖ
Für die ÖVP befürchtete Umweltsprecher Roman Stiftner: "Von den viel zitierten Grünoasen Wiens wird bald nichts mehr übrig bleiben." Es sei unverständlich, dass der Rodungspolitik eine derart hohe Zahl an Bäumen zum Opfern fallen müsse.

Auch FP-Blind beschied: "Die Unterwürfigkeit der SPÖ ist zugleich lachhaft und ärgerlich." Schließlich werde die UEFA die Europameisterschaft nicht absagen, wenn Wien die Bäume nicht fällen lasse. "Erschütternd" sei deshalb das Schweigen von Umweltstadträtin Ulli Sima (S) zu der Causa.

Rathaus auf Tauchstation
Im Rathaus ging man in der Frage in Deckung. Lediglich SP-Bezirksvorsteher Kubik betonte in einer Aussendung, dass man die Bäume nicht aus "Jux und Tollerei" schlage. Es gehe um die Sicherheit der Fußballfans.

(apa/red)