Sicheres Fundament: Bauspardarlehen mit eingebauten 6%-Zinsdeckel wieder attraktiv

FORMAT vergleicht für Sie jetzt aktuelle Angebote Ergebnis: Achten Sie besonders auf Kleingedrucktes

Sicheres Fundament: Bauspardarlehen mit eingebauten 6%-Zinsdeckel wieder attraktiv

Weil das allgemeine Zinsniveau steigt, sind Bauspardarlehen mit ihrem eingebauten Zinsdeckel von 6 Prozent wieder attraktiv. FORMAT vergleicht das aktuelle Angebot. Das Ergebnis: Achten Sie auf das Kleingedruckte.

Der Klassiker hat einige schwere Jahre hinter sich: In Zeiten, in denen die Verschuldung in Franken und Yen zum Volkssport wurde, blieben die Bausparkassen auf ihrem Geld sitzen. In den letzten Monaten nimmt die Nachfrage nach Bauspardarlehen aber wieder deutlich zu. Einerseits erhöht sich bei Fremdwährungen die Gefahr von Kursanstiegen, die den Zinsvorteil zunichtemachen könnten. Andererseits profitieren die Bausparkassen wieder von ihrem Hauptvorteil, dem eingebauten Zinsdeckel von 6 Prozent, den Banken nicht oder nur gegen Mehrkosten anbieten. Raiffeisen-Bausparchef Erich Rainbacher: "Die Obergrenze spielt angesichts der allgemein steigenden Zinstendenz wieder eine wichtige Rolle für sicherheitsbewusste Kunden." Dazu kommen noch zwei neue Verwendungszwecke für Bauspardarlehen: Die Kassen dürfen neuerdings auch Pflege-und - wohl wichtiger - auch Ausbildungskosten wie etwa ein Studium finanzieren. Wer sich für ein Bauspardarlehen entscheidet, sollte aber ganz genau hinschauen: Die Konditionen, mit denen die Institute werben, sind nur die halbe Wahrheit. Nur wer ganz genau nachrechnen lässt, erfährt die wirkliche monatliche Belastung.

Undurchschaubar: Viele Winkel und Ecken
Komplizierte Konstruktion. Obwohl die Darlehen der Bausparkassen einen sehr hohen Bekanntheitsgrad aufweisen, ist fast keinem Kunden bekannt, wie die Finanzierung wirklich funktioniert. Das ist kein Wunder - es gibt kaum ein Finanzprodukt, das derartig verwinkelt aufgebaut ist.

So wird vor der eigentlichen Darlehensphase eine 18-monatige Zwischenfinanzierung vorgeschaltet. Und in diesen anderthalb Jahren müssen die Kunden einen Zusatzkredit aufnehmen, um fiktive Eigenmittel anzusparen. In der Praxis heißt das: Wenn ein Kunde ein Sofortdarlehen von 100.000 Euro benötigt, erhöhen sich die anfänglich zu verzinsenden Schulden je nach Institut auf Beträge zwischen 142.858 und 150.000 Euro. Deshalb ist der optisch relativ niedrige Zinssatz der Zwischenfinanzierung tatsächlich wesentlich höher.

Einige Beispiele
So wirbt zum Beispiel das Volksbanken-Institut ABV mit 2,5 Prozent Zinsen. Dazu kommt zusätzlich 1 Prozent jährlich als sogenannte Kapitalbeschaffungskosten, sodass der Gesamtzinssatz bereits 3,5 Prozent beträgt. Wenn man jetzt noch einrechnet, dass der Zinssatz vom offenen Kreditbetrag von 142.858 Euro kassiert wird, belaufen sich die nominellen Zwischenfinanzierungszinsen, bezogen auf den eigentlichen Darlehensbetrag von 100.000 Euro, in Wirklichkeit auf 4,68 Prozent. Das heißt: Erkundigen Sie sich nach der Gesamthöhe der Schulden in der Zwischenfinanzierungsphase ihres Darlehens und der tatsächlichen Zinsbelastung. Und fragen Sie auch nach den Zusatzkosten in der Zwischenfinanzierung. So berechnet zum Beispiel Raiffeisen für die 50.000 Euro fiktive Eigenleistung noch 1,7 Prozent Verwaltungskostenbeitrag, also 850 Euro, während sich die ABV mit 144 Euro Beschaffungskosten zufrieden gibt.

Wenn man dann nach 18 Monaten das eigentliche Bauspardarlehen zugeteilt bekommt, sinkt der offene Kreditsaldo wieder auf 100.000 Euro. Allerdings ist auch hier Vorsicht angebracht. Alle vier Bausparkassen verrechnen nämlich variable Konditionen, die sich je nach Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus meist zwischen 3 und maximal 6 Prozent bewegen können. Tatsächlich liegt die Verzinsung für zuteilungsreife Darlehen derzeit zwischen 4,9 und 5,4 Prozent. Das Problem: Anstatt die Offerte mit diesen realistischen Zinsen hochzurechnen, kalkulieren alle Bausparkassen in ihren Kundenofferten nur mit dem Minimumsatz von 3 beziehungsweise 2,9 Prozent (Wüstenrot). Das ist wirklichkeitsfremd und führt die Kunden in die Irre. Hintergrund, so ein Insider, ist der Konkurrenzkampf mit den ebenfalls optisch geschönten Zinsen der Banken, die oft mit einem niedrigen Einstiegszinssatz im ersten Jahr hochrechnen und verschweigen, dass schon im zweiten Jahr ein Zinsanstieg programmiert ist.

100.000 Euro ab 664 Euro im Monat. Kunden, die das tatsächlich beste Angebot erheben wollen, sollten sich also unbedingt nach der Höhe der aktuellen Darlehenszinsen erkundigen und dann darauf bestehen, dass ihr Offert mit diesem Zinssatz und nicht mit dem Minimumsatz berechnet wird. Sonst droht nicht nur die Wahl der falschen Kasse, sondern auch eine ungeplante Ratenerhöhung ab dem 19. Monat um etwa 80 Euro im Monat als Differenz zwischen Minimum-und Echtkalkulation!

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