Showdown mit Schlierenzauer: Koflers
Polster für Bischofshofen kein Ruhekissen

Verfolger Schlierenzauer: "Tournee ist ein Mythos" Führender Kofler: "Wenn schon, denn schon"

Showdown mit Schlierenzauer: Koflers
Polster für Bischofshofen kein Ruhekissen © Bild: APA

Mit Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Wolfgang Loitzl stehen drei Österreicher an der Spitze der Gesamtwertung der Vierschanzen-Tournee. Nun kommt es in Bischofshofen zum großen Showdown - eine Ausgangslage wie sie für Österreichs "Superadler" nicht besser sein kann. Dass der Nachfolger von Loitzl als Tournee-Gesamtsieger nicht aus dem ÖSV kommt, ist für Janne Ahonen und Simon Amman zwar noch möglich, doch richtig daran glauben will niemand.

Auch nicht Wolfgang Loitzl, der mit 21,5 Punkten Rückstand auf Kofler in den Schlussbewerb der 58. Vierschanzen-Tournee geht. "Die Chance ist intakt, rechnerisch ja, realistisch gesehen nicht. Die beiden springen momentan zu stark", glaubt der Normalschanzen-Weltmeister nicht, dass sowohl Schlierenzauer als auch Kofler auf der Paul-Außerleitner-Schanze die Nerven durchgehen. "Im Vorjahr hatte ich 16,8 Punkte Vorsprung in Bischofshofen, das würde Schlieri reichen, mir nicht", rechnete der Oberstatistiker im Team vor.

Seine Rolle hat in diesem Jahr eigentlich Andreas Kofler übernommen, denn sein Auftaktsieg in Oberstdorf kam ebenso überraschend. Dass der 25-jährige Tiroler, der wie sein größter Konkurrent auch aus dem Stubaital kommt, aber sehr konstant ist, und dann zwei vierte Plätze in Partenkirchen und Innsbruck nachgelegt hat, erstaunte niemanden. "Es ist schon etwas sehr Besonderes für mich, in Bischofshofen im Tournee-Leader-Trikot an den Start gehen zu dürfen. Mein Ziel war es, eine tolle Tournee abzuliefern. Der Sieg bei der Tournee ist für jeden ein Traum", sagte Kofler. Er will aber aufs Ganze gehen. "Wenn schon, denn schon." Was für ihn spricht? "Es ist ein Polster da, abgerechnet wird am Schluss."

Ganz oben auf Gregors Wunschliste
Der "Polster" beträgt allerdings nur 14,6 Zähler und Schlierenzauer kommt immer stärker in Schuss. Der noch 19-jährige Tiroler beeindruckte trotz offensichtlich nicht hundertprozentiger Gesundheit mit zwei Siegen in Folge in diesem Jahr. "Es war ein Kindheitstraum, auf dem Bergisel zu gewinnen - ein irres Gefühl", denkt Schlierenzauer gerne an den Premierensieg auf seiner Heimschanze zurück. Was für ihn spricht? "Ich bin sehr gut in Form und kenne die Schanze in Bischofshofen sehr gut. Es ist eine Flugschanze, wo ich meine Qualitäten ausspielen werde." Ein Tourneesieg steht bei ihm ganz oben auf der Wunschliste. "Die Tournee ist ein Mythos. Wer sie einmal gewonnen hat, gehört zur den großen Skispringern."

Nicht im Quartier Hotel Berghof im Alpendorf bei St. Johann zugegen war am Montag Thomas Morgenstern. Der Doppel-Olympiasieger suchte mit Co-Trainer Marc Nölke seine Form in der Ramsau. Er soll abseits des Trubels und Konkurrenzdrucks wieder den richtigen Mix finden. "Die Zutaten sind ja bei allen unseren Springer da", meint Cheftrainer Alex Pointner. Morgenstern war am Sonntag in Innsbruck nur auf Platz 14 gelandet und hat als Gesamt-Sechster keine Chance mehr zum Gesamtsieg, der ihm ja ebenfalls noch fehlt.

Cheftrainer Pointner hat freilich allen Grund zur Freude ob des sensationellen Zwischenstands nach drei von vier Bewerben. "Aus österreichischer Sicht war das natürlich eine Woche, die uns das Lachen ins Gesicht zaubert. Eine bessere Ausgangsposition kann man sich nicht wünschen", sagte Pointner. Der Teamgedanke habe sich ausgezahlt. Wir haben immer noch drei Springer im Rennen. Das ist nichts Alltägliches - sonst ist sehr oft nur ein Sportler übrig geblieben. Wir haben gegenseitig untereinander sehr viel gelernt, um auch unsere Energien zu fusionieren."

(apa/red)