Showdown im Kampf um Bank Burgenland:
Ukrainische Stahlbarone rittern um Zuschlag

Im NEWS-Interview sagt Boss Sergiy Klyuyev warum Geheimnisvoller Ost-Banker spricht über seine Pläne

Showdown im Kampf um Bank Burgenland:
Ukrainische Stahlbarone rittern um Zuschlag

Showdown im endlosen Kampf um die Bank Burgenland. Neben der Grazer Wechselseitigen Versicherung und einer arabischen Investorengruppe rittert ein ukrainisches Konsortium um den Zuschlag. Sergiy P. Klyuyev, 36, ist Boss des Mischkonzerns Ukrpodshipnik. 140 Millionen Euro plus weitere 100 Millionen für eine Kapitalerhöhung bieten die Stahlbarone für das Bankticket in die EU. Im NEWS-Interview spricht Klyuyev erstmals über seine Motivation, die politischen Hintergründe und seine weiteren Pläne mit der Bank Burgenland.

NEWS: Haben Sie bereits ein Konto bei der Bank Burgenland?

Klyuyev: Ich werde demnächst eines eröffnen.

NEWS: Warum wollen Sie die Bank Burgenland kaufen?

Klyuyev: Unser Konsortium aus Ilyich Iron and Steel Works und der Ukrpodshipnik AG hat zwei Ausrichtungen: Stahl-und Finanz-Business. Um im Finanzierungsgeschäft stark zu sein, muss man international auftreten, deshalb brauchen wir ein Standbein in der EU. Zwar würden wir in den nächsten drei Jahren mehr verdienen, würden wir nur in der Ukraine investieren, langfristig ist es aber sinnvoller, auf dem westeuropäischen Markt engagiert zu sein.

NEWS: Sie und Ihr Bruder Andriy sind auch in der ukrainischen Politik engagiert - als Gegner des amtierenden Präsidenten Juschtschenko ...

Klyuyev: ... ich halte mich da raus, bin mehr im Business. Mein Bruder ist als Vertreter der ostukrainischen Region Donezk Abgeordneter im Parlament.

NEWS: Mit der Bank Burgenland würden Sie eine EU-Banklizenz erhalten. Wollen Sie auch in anderen Ländern aktiv werden?

Klyuyev: In den nächsten drei bis fünf Jahren konzentrieren wir uns auf Österreich, Ungarn, die Slowakei und die Ukraine. Das muss Schritt für Schritt gehen, so wollen wir unsere Aktiv-Bank, eine reine Kommerzbank, in die Bank Burgenland integrieren. Die Aktiv-Bank wird in Zukunft Bank Burgenland heißen.

NEWS: Ist die Bank Burgenland ein kurzfristiges Investment?

Klyuyev: Nein, wir sind an langfristigem Gewinn interessiert.

NEWS: Fühlen Sie sich willkommen in Österreich?

Klyuyev: Es ist ein sehr schönes und angenehmes Land.

NEWS: Es gibt aber Zweifel bezüglich der Seriosität Ihres Angebotes. Ein reines Imageproblem?

Klyuyev: In jedem Land gibt es gute und schlechte Leute. Wir haben in der Ukraine sehr viele gute Geschäftsleute, gute Unternehmen. Wir werden zeigen, was wir können. Außerdem kann ich Sie beruhigen: Niemand im künftigen Aufsichtsrat wird Ukrainer oder Russe sein. Alle Schlüsselpositionen werden von Österreichern besetzt. Ich suche gerade nach einem österreichischen Management. 90 bis 95 Prozent der Manager werden Österreicher sein.

NEWS: Wie schätzt die Finanzmarktaufsicht (FMA) Ihr Angebot ein?

Klyuyev: Die FMA hat seit Dezember alle Informationen. Wir haben nichts zu verbergen, sind sauber und erwarten eine faire Behandlung. Ich bin sicher, dass die Entscheidung sehr professionell ablaufen wird.

NEWS: Die Bank Burgenland hat jede Menge Schulden und Haftungen.

Klyuyev: Wir wissen, was auf uns zukommt, aber wir sehen große Chancen.Wir wollen die Bank zu Wachstum führen, investieren Geld und schaffen neue Arbeitsplätze.

NEWS: Sollten Sie den Zuschlag nicht bekommen ...

Klyuyev: ... dann kaufen wir eine andere Bank.