Sexuelle Störungen haben viele Gründe:
Körperliche Erkrankung & seelische Ursache

Viele Frauen erleben Phasen der sexuellen Unlust Vorübergehende Beschwerden sind keine Seltenheit

Sexuelle Störungen haben viele Gründe:
Körperliche Erkrankung & seelische Ursache © Bild: WOMAN

Sexualstörungen sind nicht nur Männersache: Auch Frauen erleben Phasen, in denen sie von Störungen ihrer Sexualität betroffen sind. "Solche Beschwerden können ganz verschiedene körperliche oder seelische Ursachen haben, sie können vorübergehend auftreten oder über einen sehr langen Zeitraum bestehen", erklärt der Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte in Rheinland-Pfalz, Werner Harlfinger. Als mögliche Ursachen denkbar seien Sexualschmerzen, Erregbarkeits- und Orgasmusstörungen sowie der Verlust der weiblichen Libido.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können laut Harlfinger auf Erkrankungen im Genitalbereich oder Unterbauch zurückzuführen sein - wie Entzündungen, Verwachsungen nach Operationen, einem Gebärmuttervorfall oder Zysten der Eierstöcke. Allergien können ein unangenehmes Brennen in der Scheide verursachen. "Hier hilft oft die Umstellung auf Kondome eines anderen Herstellers", erklärt der Gynäkologe. Hormonmangel kann Trockenheit der Scheide auslösen und so für Schmerzen beim Sex verantwortlich sein. "In diesem Fall kann eine Hormontherapie Abhilfe schaffen, um den Östrogenmangel wieder auszugleichen", sagt Harlfinger.

Liebe, Sex & Zärtlichkeit
Auch Störungen des sexuellen Verlangens oder der Erregbarkeit können kurzfristig oder über einen längeren Zeitraum auftreten. Das sexuelle Verlangen verändert sich im Verlauf des Zyklus oder während der Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren. Für einige Frauen können Liebe, Sex und Zärtlichkeit aber auch eine psychische Belastung darstellen. Angst vor Nähe kann zu einer unwillkürlichen Anspannung des Unterleibs führen, wodurch Sex schmerzhaft und kaum möglich wird. Man spricht in so einem Fall von Vaginismus. Grundlage können unbewältigte Konflikte in der Partnerschaft oder Sexualangst sein. Das Problem kann sich auch auf den Partner übertragen.

Erste Hilfe kann in jedem Fall die Abklärung etwaiger körperlicher Erkrankungen oder hormoneller Störungen bieten. Hilft das nicht weiter, kann eine Psychotherapie oder eine Kombination aus beiden Behandlungsformen erwogen werden, wie der Mainzer Frauenarzt erklärt. (apa/red)