Sexuelle Belästigung von

Sexwitze, Antanzen,
Übergriffe: Wo ist Schluss?

Sexuelle Belästigung - Sexwitze, Antanzen,
Übergriffe: Wo ist Schluss? © Bild: Shutterstock

Sexuelle Belästigung - wo fängt sie an und wo hört sie auf? Eine aktuelle Umfrage in europäischen Ländern zeigt: Franzosen, Briten und Finnen haben im Vergleich zu Deutschen und Dänen eine niedrigere Toleranzgrenze.

Sexuelle Belästigung ist, wenn ein Mann versucht, einer Frau unter den Rock zu fotografieren. Bei dieser Aussage scheiden sich kaum die Geister. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage in sieben europäischen Ländern, sind sich die Befragten aller Länder in diesem Aspekt einig. Aber wo fängt sexuelle Belästigung an und wo hört sie auf?

Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutsche, Briten, Franzosen, Schweden, Dänen, Finnen und Norweger im Oktober diesen Jahres befragt.

Passend zum Thema: Sexuelle Belästigung im Job: Wo beginnt sie?

Ergebnis der Studie: Die Befragten aller Länder sind sich bei vielen Aspekten einig - so sei es ein klares No-Go, einer Frau an den Po zu fassen oder sie gar zu kneifen.
Bei anderen Aspekten heißt es jedoch: Andere Länder, andere Sitten. Beispielsweise beim Antanzen auf Partys oder in Clubs. Für vier von fünf Briten, rund 82 Prozent, ist es sexuelle Belästigung, wenn ein Mann eine Frau auf einer Party mit Körperkontakt antanzt. In Frankreich sind es mit 71 Prozent, in Schweden und Norwegen, beide mit 73 Prozent, zehn Prozentpunkte weniger. In Deutschland, rund 50 Prozent und Finnland, knapp 53 Prozent, definieren dies nur die Hälfte der Befragten als sexuell übergriffig.

Da hört der Spaß auf

Die größten Unterschiede gibt es beim Thema Humor. Wenn Männer gegenüber einer Frau Witze mit sexuellem Inhalt machen, stört das nur jeden sechsten Dänen. Von den Deutschen, rund 35 Prozent, und Schweden wäre immerhin jeder Dritte empört. Die größten Probleme hätten anzügliche Witzeerzähler in Großbritannien mit 69 Prozent und Finnland mit 67 Prozent.

Auch sehr unterschiedlich kommt es an, wenn ein Mann einer Frau auf die Brüste schaut. In Großbritannien, Frankreich und Finnland hält dies die Hälfte für sexuell belästigend. In Deutschland, 29 Prozent, Dänemark, rund 26 Prozent und Finnland, 30 Prozent, sind die Befragten deutlich weniger empfindlich.

Was meist als schmeichelhaft empfunden wird, sind Bemerkungen von Männern, wenn sie Frauen attraktiv finden. Auch die Fragen nach einem Date wird als harmlos eingestuft. Und Zuzwinkern ist in den meisten Fällen auch erlaubt. Eine Ausnahme sind die Franzosen, von ihnen findet knapp jeder Vierte, dass dies durchaus als sexuelle Belästigung gelten kann.

Unterschied zwischen Männern und Frauen

Doch nicht nur die Nationen unterscheiden sich in ihren Definitionen von sexueller Belästigung. Auch im Geschlechtervergleich gibt es verschiedene Auffassungen.

In vielen Punkten sind sich Frauen und Männer in Deutschland einig. Doch beispielsweise beim auf die Brüste Schauen unterscheiden sich die Ansichten. So hält dies jede dritte Frau für sexuelle Belästigung, jedoch nur jeder fünfte Mann. Umgekehrt halten es Frauen, rund 42 Prozent, für weniger bedenklich als Männer, mit 48 Prozent, wenn ein Mann einer Frau seinen Arm um die Taille legt.

Zudem ist YouGov auch der Frage nachgegangen: Sind Sie schon von einem Mann sexuell belästigt worden? Dazu wurden lediglich Frauen befragt.
Knapp die Hälfte der Frauen in Großbritannien und Deutschland antworteten mit "Ja". In Frankreich war es knapp über einem Drittel. Über die Hälfte der befragten Frauen in Frankreich, 61 Prozent, verneinten die Frage. Im Vergleich dazu: In Deutschland sind es 49 Prozent, in Großbritannien 42 Prozent.

News fragt seine Userinnen

Sind Sie schon von einem Mann sexuell belästigt worden?

Ergebnisse anzeigen

So unterschiedlich die einzelnen Länder sexuelle Belästigung einstufen, so unterschiedlich empfindet sie auch jeder und jede Einzelne. Was für die einen bereits übergriffig und unpassend ist, mag für andere noch tolerierbar sein. Grundsätzlich aber gilt: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Das sieht auch die Gleichbehandlungsanwältin Sandra Konstatzky so: „Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch erkennen kann, was ein Übergriff ist und was in das sexuelle Selbstbestimmungsrecht des anderen eingreift.“ Was sie Männern rät, die dennoch unsicher sind? „Im Zweifel immer auf Nummer sicher gehen und nachfragen“.

Kommentare

Diese Triebtäterei gehört kastriert.

Seite 1 von 1