Sextouristen-Prozess vermutlich geplatzt: Salzburger sollen Buben missbraucht haben

Minderjährige Marokkaner zur Unzucht genötigt? Angeklagte erschienen nicht zur Verhandlung

Sextouristen-Prozess vermutlich geplatzt: Salzburger sollen Buben missbraucht haben © Bild: APA/Gindl

Zwei mutmaßliche Sextouristen aus Österreich sollen während ihrer Marokko-Urlaube 2004 und 2005 drei minderjährige Buben gegen Entgelt missbraucht haben. Die Pensionisten, 62 und 67 Jahre alt, hätten sich vor einem Salzburger Schöffengericht verantworten sollen, allerdings waren zu Prozessbeginn nicht erschienen, und zwar unentschuldigt, wie Richter Günther Nocker sagte.

Ob es noch zu einem verspäteten Prozess kommen würde, stand zunächst nicht fest. Das Gericht versuchte, die beiden auszuforschen. Immerhin waren zur Verhandlung die drei Marokkaner extra nach Salzburg eingeflogen worden.

Buben aus ärmlichen Verhältnissen
Die laut Anklagebehörde homosexuellen Pensionisten hatten in der Nähe von Agadir einen Bungalow gemietet. Dorthin sollen sie über einen Vermittler die Buben aus ärmlichen Verhältnissen gelockt und zur Unzucht missbraucht haben. Aufgrund eines Hinweises führte die marokkanische Gendarmerie am 12. Mai 2005 eine Hausdurchsuchung durch und stellte Spuren sexueller Handlungen und pornografisches Material sicher.

Die Österreicher wurden in Marokko verhaftet, nach drei Tagen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Es gab auch noch einen dritten Pensionist dabei, ein ehemaliger Pfarrer. Gegen ihn wurde in Salzburg ein gesondertes Verfahren durchgeführt, das aber mangels Beweisen mit einem Freispruch endete. Die Angeklagten stehen deshalb in Österreich vor Gericht, "weil die heimischen Gesetze weltweit gelten", erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Feichtinger.

(apa/red)