Sex & Syphillis im Urlaub: Geschlechts-krankheiten "boomen" in der Ferienzeit

Schwindende Angst vor HIV führt zu sorglosem Sex Die Zahl der Gonorrhoe-Patienten steigt wieder an

Sex & Syphillis im Urlaub: Geschlechts-krankheiten "boomen" in der Ferienzeit

Sommer, Sonne, Urlaub: Das macht offener für einen Flirt, eine leidenschaftliche Nacht oder auch eine längere Liebesbeziehung. In den vergangenen Jahren ist weltweit wieder ein Anstieg der Sexually Transmitted Infections (STI), der Geschlechtskrankheiten festzustellen - und die kann man sich natürlich auch im Urlaub holen. Davor warnte die Wiener Dermatologin und Venerologin Angelika Stary auf der Sommerakademie der Österreichischen Apothekerkammer zum Thema "Reisemedizin" in Pörtschach.

Sex im Urlaub ist ein Thema, über das man nicht erst "im Fall des Falles" nachdenken sollte. Denn die "günstige" Gelegenheit kann auch Folgen haben, die dann ganz bestimmt nicht mehr romantisch sind. "Ob sexuell übertragbare Infektionen und Reisen etwas miteinander zu tun haben, kann jeder selbst bestimmen", so die Wiener Expertin für Geschlechtskrankheiten. Fest stehe auf alle Fälle, dass es auch in Österreich seit dem Jahr 2000 wieder eine signifikante Zunahme der beiden klassischen Geschlechtskrankheiten Syphilis (Lues) und Gonorrhoe (Tripper) gebe.

Problem: Sorgloser "Urlaubsverkehr"
Thailand, die Philippinen, Sri Lanka, Kenia, Brasilien oder die Dominikanische Republik gehören zu jenen Ländern, die beliebte Ziele von so genannten Sextouristen sind. Billig angebotener Sex in den östlichen Nachbarstaaten lässt viele Österreicher aber auch den Schritt zum "kleinen Grenzverkehr" wagen. "Gründe für die weltweit neuerliche Zunahme der sexuell übertragbaren Infektionen liegen neben der geänderten politischen Situation in Europa vor allem in der Abnahme der Angst vor der lebensbedrohlichen HIV-Infektion, was eine zunehmende Sorglosigkeit bei der Partnerwahl und unkontrollierte Promiskuität zur Folge hat", so Stary.

Wahlweise Zölibat oder Kondom
Die rasche Zunahme der Geschlechtskrankheiten und die schnelle Verbreitung neuer Formen von Infektionen werde auch durch die verstärkte und weltweite Reisetätigkeit "wesentlich beeinflusst", schätzt Stary die Situation ein. Der beste Schutz vor einer Geschlechtskrankheit ist sicherlich völlige Enthaltsamkeit. Aber nur wenige Menschen können so leben - gut, wenn dann eine Packung Kondome mit im Koffer ist.

Österreich: 200 Gonorrhoe-Patienten
Stary präsentierte neue Daten aus Österreich in Sachen Geschlechtskrankheiten: Während es in den Jahren 1991 bis 1998 eine rasante Abnahme der Gonorrhoe-Fälle von 1.750 auf 379 gab, verzeichnet man im neuen Jahrtausend einen signifikanten Anstieg der Infektionen auf über 730 Fälle. Bei ihr im Ambulatorium für Pilzinfektionen in Wien steigt die Gonorrhoe-Infektionsrate seit 2003 neurlich an und lag im Jahr 2006 bei knapp 200 Fällen. (APA/red)