Sex-Spielzeug wichtig wie Wasser & Brot? Erotik-Shop in Türkei sorgt für Ungemach

Betreiber kämpft gegen konservative Behörden

Ein Sexshop-Betreiber kämpft in der türkischen Stadt Kayseri hartnäckig gegen die konservativen Behörden. Nachdem ihm die Bürokratie schon bei seinen ersten Sex-Laden in der Stadt Probleme bereitet habe, sei auch sein neu eröffnetes zweites Geschäft geschlossen worden, sagte Sezai Karakaya der Nachrichtenagentur AFP.

Der Türke, der 19 Jahre lang in Deutschland wohnte, hatte nach der Rückkehr in seine Heimat in Kayseri vor vier Jahren den ersten Sexshop der Stadt eröffnet. Schon damals musste er sich gerichtlich gegen Einwände der Behörden wehren. Letzte Woche eröffnete Karakaya unter dem Titel "Welt der Fantasie" sein zweites Geschäft, und wieder gibt es Ärger wegen der Genehmigung. Der Unternehmer kündigte an, er werde vor Gericht ziehen, um die Wiedereröffnung seines Ladens durchzusetzen.

Die Stadt Kayseri ist für ihre Mischung aus islamischer Frömmigkeit und einer umtriebigen Unternehmerkultur bekannt. Karakaya sagte, nach seiner Ansicht brauche die Stadt nicht weniger, sondern mehr Sexshops - die Nachfrage sei auf jeden Fall vorhanden. Religiös motivierte Bedenken der Behörden erschwerten ihm jedoch die Arbeit. Nach Presseberichten brachten die Bürokraten beim ersten Laden unter anderem das Argument vor, dem Sexshop fehle ein notariell beglaubigtes Dokument. Vor Gericht bekam Karakaya seinerzeit aber Recht. Auch diesmal will er kämpfen. Die Lokalzeitung "Kayseri Gündem" zitierte den Unternehmer mit den Worten, die Menschen brauchten Sex-Utensilien "wie Wasser und Brot". (APA/red)