Sex und Gesundheit von

Krebs durch Oralsex

Schreckensnachricht: Gängige Sexualpraktik kann Tumor im Hals verursachen

Sex und Gesundheit - Krebs durch Oralsex © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Schreckensnachricht vom HNO-Kongress in Mainz: Oralsex verursacht Krebs. Schuld daran seien die HPV-Viren, besser bekannt als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Was bedeutet das für die Praxis? Wie gefährlich ist Oralverkehr tatsächlich? Sollen wir ihn meiden, um nichts zu riskieren? NEWS.AT fragte nach.

Bisher waren die Humanen Papillomaviren, kurz HPV, in erster Linie im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs bekannt. Studienergebnisse legen aber nahe, dass sie auch Ursache für die Entstehung von Tumoren im Mund- und Rachenbereich sind. "HPV löst wahrscheinlich jeden zweiten Krebs im Mundrachen und jeden vierten Tumor der Mundhöhle aus", kommentiert Prof. Jens Klußmann von der Uniklinik Gießen laut "welt.de".

Gefahr durch HPV 16
Dem österreichischen HPV-Experten Prof. Elmar Joura zufolge wurde von besagtem Zusammenhang erstmals im Jahr 2007 berichtet. Damals erkannte man, dass immer mehr Halstumore durch HPV 16 verursacht werden. Von den über 100 verschiedenen HPV-Viren ist ein kleiner Teil krebserregend. HPV 16 ist der mit Abstand gefährlichste. Er ist für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, ebenso wie von Scheidenkrebs, Vulva- und Analkarzinomen verantwortlich. HPV 16 erhöht auch die Gefahr, an einem Halstumor zu erkranken, ist allerdings nur einer von mehreren Risikofaktoren, so der Experte von der Uniklinik für Frauenheilkunde am AKH.

Nie mehr Oralsex?
Was bedeutet das für die Praxis? Nie mehr Oralsex? Im Allgemeinen empfiehlt Prof. Joura: "Die logische Konsequenz ist, dass man bereits in der Jugend impft". Die HPV-Impfung bietet einen sicheren Schutz gegen jene Virenstämme, die Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs, Vulva- oder Analkarzinome sowie Halstumore bedingen. "Liegt zum Zeitpunkt der Impfung keine Infektion vor, schützt sie zu praktisch 100 Prozent."

Impfen schützt
Eine Impfung empfiehlt sich übrigens nicht nur im Jugend-, sondern auch im Erwachsenenalter. Laut dem Experten ist sie bis zum 45. Lebensjahr nachweislich sinnvoll. Grundsätzlich erfolgt die HPV-Infektion über Hautkontakt oder, wie etwa bei HPV 16, durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Wie eine im US-Magazin Jama veröffentlichte Studie belegt, ist das Infektionsrisiko mit HPV-Viren im Mundbereich durch Oralsex aber relativ gering: Über 70 Prozent der insgesamt 5.000 Studienteilnehmer gaben an, im Jahr der Befragung Oralsex gehabt zu haben. Zehn Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen waren HPV-positiv. Je ein Prozent war mit HPV 16 infiziert.

HPV-Impfung auch für Männer
Laut US-Studie erkranken jährlich 9.400 Männer und 3.000 Frauen an einem Halstumor. Dieser eklatante geschlechtsspezifische Unterschied mag wohl daran liegen, dass sich Männer in höherem Ausmaß diversen anderen Risikofaktoren wie Zigaretten und Alkohol aussetzen. Umso wichtiger ist es daher, dass sich auch Männer gegen HPV impfen lassen. Seit Ende 2011 ist die HPV-Impfung in Kanada und den USA für Buben und junge Männer verpflichtend. Österreich hat hier übrigens eine Vorreiterrolle gespielt: 2007 war es das weltweit erste Land, das die HPV-Impfung auch für Buben und Männer empfohlen hat.

Weiterführende Links: Studie 1 zum Zusammenhang von Oralsex und der Infektion mit HPV-16-Viren , Studie 2 zum Zusammenhang von Oralsex und der Infektion mit HPV-16-Viren

Kommentare

Canonking melden

Na super. Jetzt ist auch schon Blasen krebserregend.

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Re: Na super. auch das noch..!! Bleibt nur noch WEIN und Gesang......
Alk vertrag ich nicht, sdingen kann ich auch nicht......ich kann mich nur mehr umbringen..

:-)

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