Sex-Attentat an Wiener Schule: Verurteilter missbraucht 6-Jährige bei seinem Freigang!

27-Jähriger Einbrecher durfte ohne Begleitung raus Ermittlungen laufen. Zeugen erkennen Mann wieder

Das Sex-Attentat an einer Schule in Wien-Hernals sorgte auch fünf Tage danach für Aufregung. Denn der mutmaßliche Täter saß als verurteilter Einbrecher in der Justizanstalt Hirtenberg ein. Zwei Monate vor seiner Entlassung bekam er unbegleiteten Freigang, um sich auf das "Leben danach" vorzubereiten. Dass es gegen den Mann auch schon einmal eine Anzeige wegen eines Sexualstrafdelikts gab, wusste man in Hirtenberg nicht.

Nach mehreren Diebstählen und Einbrüchen wurde der heute 27-Jährige zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. "Er ist kein Sexualstraftäter gewesen - und als solcher nicht behandelt worden", betonte Thomas Geiblinger, Sprecher von Justizministerin Maria Berger. "Das Verfahren ist eingestellt worden, da ist nie etwas herausgekommen." Der Vorfall ist laut Geiblinger dennoch "bedauerlich": "Wäre er ein Sexualstraftäter, hätte er ja keinen unbegleiteten Ausgang bekommen."

Ermittlungen auf Hochtouren
Die Ermittlungen liefen indes auf Hochtouren. Oberstleutnant Andreas Wolf berichtete, man wolle die Beweise "hieb- und stichfest machen", außerdem stehe noch nicht fest, von wem der 27-Jährige vernommen werden soll. "Leicht wird es sicher nicht. Er ist sehr zugeknöpft und dürfte eine schwierige Persönlichkeit sein", so Wolf zur APA.

Das Ergebnis eines DNA-Abgleiches stehe noch aus, sagte Wolf: "So etwas geht einfach nicht so schnell." Eine Gegenüberstellung sei aber schon positiv verlaufen: "Zeugen haben den Mann wiedererkannt."

Westenthaler ortet Justizskandal
Heftige Kritik an Berger übte BZÖ-Chef Peter Westenthaler: "Wie kann es sein, dass ein Sexualstraftäter auch nur einen Tag Ausgang bekommt und dabei gleich ein Kind sexuell missbraucht? Dies ist ein Justizskandal sondergleichen und zeigt, dass die Pläne der Justizministerin für mehr vorzeitige Haftentlassungen und Freigänge völlig falsch sind und eine massive Gefährdung der Bevölkerung bedeuten. Sexualstraftäter müssen lebenslang weggesperrt werden beziehungsweise unter lebenslanger Kontrolle stehen."

Die Aussagen von Westenthaler wollte Geiblinger nicht kommentieren. Nur so viel: "Der Mann ist nie als Sexualstraftäter geführt worden."

(APA)