SEX AM ENDE von

Keine sichere Seite

Janina Lebiszczak schreibt als "Pandora" über Sex. Dieses Mal: "Pfui Spinne"

SEX AM ENDE - Keine sichere Seite © Bild: NEWS

Die Betrachtung des Hässlichen kann helfen, uns mit der Niedrigkeit unserer Natur zu versöhnen. Wegen solch schlauer Sätze und der teils ziemlich heftigen Bebilderung ist Umberto Ecos Sammelsurium „Die Geschichte der Hässlichkeit“ eines meiner Lieblingsbücher. Das Panoptikum der Grauslichkeiten reicht von antiken Riesenpenisstatuen über blutrünstige Gemälde bis zur Fotografie der Gegenwart. Bei den Männern und Frauen der Gegenwart ist es mit der Hässlichkeit so eine Sache. Viele denken, dass keine allzu große Attraktivität beim Partner mit Treue, Hingabe und Charakterstärke gleichzusetzen ist. Ich kann dazu nur sagen: Denkste! Wie viele Schönheiten sah ich schon am Arm eines „Freaks of Nature“ in den Abgrund von Betrug und Misstrauen schlittern. „Auf Nummer sicher gehen“ spielt es nämlich nicht. Gerade strebt ein Bekannter (Anwalt, Golfer, Oberdöblinger – das ganze Klischee-Paket) die Scheidung von seiner Gattin an, nachdem ihn die leptosome Dame (statt einem Mund trägt sie so etwas wie eine Schnittverletzung im Gesicht) mehrmals mit dem Landschaftsarchitekten hinterging. Allerdings liegt die Schönheit ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und erblüht ab und an auch nur in der Horizontalen. Einer Freundin allerdings erging es viel schlimmer als dem geprellten Anwalt: Sie lachte sich einen Mann mit einer schrecklichen Behinderung an: Er wurde ohne Persönlichkeit geboren! Beschissen hat er sie trotzdem, mehrmals – und ebenso oft log er sie an. Ein Buch nach seinem Cover zu beurteilen macht einfach keinen Sinn.

Pandora im Radio: Jeden 6. um 23 h auf 88.6