Serienkiller bei Frauenmorden zweifelhaft:
Polizei sieht noch keine Zusammenhänge

Ermittler gründen nun eine Arbeitsgemeinschaft Seit 1960 wurde 410 Tötungen an Frauen begangen

Serienkiller bei Frauenmorden zweifelhaft:
Polizei sieht noch keine Zusammenhänge © Bild: APA/Neubauer

Die Ermittler im Fall der verbrannten Frauenleiche zweifeln einer Serientat ernsthaft an: Bei der am Dienstag zwischen Nickelsdorf und Zurndorf gefundenen Toten sei es einfach noch zu früh, um Zusammenhänge herzustellen, sagte Rainer Erhardt vom LKA Burgenland. Die Grundermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Beim Fall in Völkermarkt, wo 2008 eine bisher unbekannte Frau verkohlt aufgefunden worden war, schließen die Ermittler Querverbindungen aus. Auch bei jener Leiche, die 2005 an der A2 in der Steiermark entdeckt wurde und deren Identität nicht geklärt ist, wird ein Zusammenhang zu den niederösterreichischen Fällen eher skeptisch beurteilt.

Eine beim Bundeskriminalamt (BK) angesiedelte Arbeitsgemeinschaft soll nun die Aufklärung der Frauenmorde in mehreren Bundesländern koordinieren. Das teilten die Ermittler bei einer Pressekonferenz in BK mit. Ein Zusammenhang zwischen den beiden niederösterreichischen Mordopfern, 2007 bzw. 2010 im Weinviertel entdeckt, kann dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Noch keine heiße Spur
Der Polizei liegen noch wenig verwertbare Spuren und Hinweise vor. Bisher sei man zwar schon einigen Hinweisen nachgegangen, vor allem bezüglich der bei der Frauenleiche gefundenen Gegenstände, es sei aber noch keine heiße Spur darunter gewesen. Die Untersuchungen zu den am Tatort gefundenen Spuren, wie etwa dem verwendeten Brandbeschleuniger, werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für die Ermittler habe jedenfalls die Identifizierung der etwa 50-jährigen und 1,55 Meter großen Frau höchste Priorität.

"Die Ermittlungen laufen auch in den angrenzenden Ländern auf Hochtouren, und via Interpol eigentlich sogar weltweit", sagte Janitsch.

Seit 1960 wurden 410 Tötungen in Österreich an Frauen begangen. 125 davon waren sexuell motiviert, 110 mal wurden die Leichen im Freien abgelegt, 68 mal transportiert. "Nur in sieben Fällen wurden die Toten angezündet", sagte Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im BK. Ein Fall liege sehr weit zurück, daneben gebe es einen bis dato nicht geklärten Fall, bei dem eine Wiener Prostituierte getötet und in einem Wald bei Hausleiten im Bezirk Korneuburg abgelegt sowie angezündet wurde. Sowie die fünf nun für eine Serie in Betracht gezogenen Fälle, wie Geiger anmerkte. Auch der Fall von 1987 könnte nun in die Ermittlungen der Arbeitsgemeinschaft "Frauenmorde" einbezogen werden.

(apa/red)