Serie A-Skandal: Juve-Aktionäre reichen Sammelklage gegen Zwangsabstieg ein

Serie A-Start auf 10. September verschoben Lazio, Fiorentina & Milan offenbar mit Urteil zufrieden

Nachdem Juventus Turin Einspruch gegen den von einem Berufungsgericht beschlossenen Zwangsabstieg in die Serie B wegen Schiedsrichterabsprachen eingereicht hat, machen auch die Aktionäre der Turiner mobil. Ein Komitee aus Aktionären des seit 2001 in Mailand gelisteten Klubs will eine Sammelklage gegen das Urteil einreichen. Das Komitee will beim römischen Verwaltungsgericht TAR Einspruch gegen den Zwangsabstieg vorlegen, der dem Klub und vielen Aktionären finanziell gravierende Schäden verursacht hat, betonte das Komitee in einer Presseaussendung.

CONI-Präsident, Gianni Petrucci, hatte eine Verschiebung des ursprünglich am 27. August geplanten Meisterschaftsbeginns angekündigt. Die Saison wird in Italien am 10. September starten. So will man den Klubs Zeit geben, Einspruch gegen die Urteile des Berufungsgerichts einzureichen. Juve hatte beim CONI Einspruch gegen das Berufungsurteil eingelegt, das trotz reduzierten Punktabzugs für die kommende Saison weiterhin die Zwangsversetzung vorsieht. Nach Angaben eines CONI-Sprechers ist Juve bisher der einzige der vier in den Skandal verwickelten Klubs, der Einspruch gegen seine Strafe eingelegt hat.

Lazio, Fiorentina & Milan haben bisher nicht angefochten
Lazio Rom, der AC Fiorentina und der AC Milan, die vor einer Woche mit Punktabzügen bestraft worden waren, aber weiterhin in der Eliteklasse spielen dürfen, haben die Sanktionen bisher noch nicht angefochten. Das Schlichtungskomitee des CONI hat keine Frist für die Einreichung der Einsprüche festgelegt.

Inzwischen arbeitet der kommissarische Verbandschef Guido Rossi an neuen Regeln, die dem italienischen Fußball mehr Transparenz sichern sollen. Rossi, will mit der Verfassung eines neuen Statuts beginnen, das die Neugründung des vom ausgedehnten Absprachenskandal erschütterten Fußballverband (FIGC) ermöglichen soll. Das Statut soll neue Regeln bezüglich der Wahl des neuen Präsidenten, die Einstellung des Personals und der Bilanzen des Verbands enthalten.

Rossi, der an Stelle des im Skandal verwickelten Ex-Verbandschef Franco Carraro, zur Nummer eins der FIGC aufgerückt ist, soll bis November die neuen Regeln verfassen. In diesem Monat läuft sein Vertrag mit dem Fußballverband aus. Sein Mandat könnte allerdings verlängert werden.

Mittlerweile ist der 53-jährige Stefano Tedeschi zum neuen Schiedsrichterkoordinator für die Serie A und B ernannt worden. Dies teilte der kommissarische Präsident des Schiedsrichterverbands, Luigi Agnolin, mit. Tedeschi ersetzt die Schiedsrichterkoordinatoren, Pierluigi Pairetto und Paolo Bergamo, die in den Sog des Skandals geraten sind.

(apa/red)