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Serbien: Vucic nun auch offiziell Sieger der Präsidentschaftswahl

Proteste in Belgrad und anderen Städten fortgesetzt

Knapp drei Wochen nach dem Urnengang ist Serbiens Premier Aleksandar Vucic in letzter Nacht auch offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission hatte er am 2. April und bei den in einzelnen Wahllokalen daraufhin wiederholten Stimmabgaben 55,08 Prozent bzw. rund zwei Millionen Stimmen erhalten.

Der bestplatzierte Oppositionskandidat, Ex-Volksanwalt Sasa Jankovic, blieb mit 16,3 Prozent, bzw. gut einer halben Million der Stimmen weit zurück.

Die Protestwelle gegen Vucic, die gleich nach dem Wahltag in Belgrad, Nis und Novi Sad begonnen hatte, setzt sich unterdessen fort und wurde auch auf mehrere kleinere Städte ausgeweitet. In Belgrad waren in den letzten Tagen allerdings deutlich weniger Demonstranten auf den Straßen.

Die mehrheitlich jungen Demonstranten fordern unter anderem personelle Veränderungen beim staatlichen TV-Sender RTS wegen ungleicher Behandlung von Präsidentschaftskandidaten während des Wahlkampfes. Der amtierende Premier Vucic soll dabei bevorzugt behandelt worden sein. Verlangt wird auch die Amtsenthebung der Parlamentspräsidentin Maja Gojkovic, die während des Wahlkampfes die Arbeit des Parlamentes suspendiert hatte, um kritische Stimmen der Opposition zu vermeiden. Es geht ferner auch um die Medienfreiheit, aber auch die Bereinigung der Wählerverzeichnisse, in denen nach einzelnen Expertenmeinungen bis zu eine Million Karteileichen liegen dürften.

Vucic soll laut früheren Ankündigungen sein neues Amt Ende Mai antreten.

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