Serbien warnt vor Eskalation im Kosovo:
Militärischer Eingriff bei Gewaltausbruch

"Sind bereit, der bedrohten Bevölkerung zu helfen" Putin: Kosovo-Resolution wäre ein "Präzedenzfall"

Serbien warnt vor Eskalation im Kosovo:
Militärischer Eingriff bei Gewaltausbruch © Bild: Reuters/Lazarevic

Serbien hat mit einem Eingreifen im Kosovo gedroht, sollte es nach der erwarteten Unabhängigkeitserklärung der abtrünnigen Provinz zu Gewalttätigkeiten gegenüber der serbischen Minderheit kommen. Der serbische Präsident Tadic bekräftigte jedoch zugleich, dass Belgrad seine territoriale Integrität und Souveränität nur mit demokratischen, rechtlichen und diplomatischen Mitteln verteidigen werde.

"Serbien wird nicht auf Gewalt und Krieg zurückgreifen", sagte Tadic in einer Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat. "Falls im Kosovo Gewalt ausbricht und (die internationale Sicherheitstruppe) KFOR nicht reagieren und die Serben in angemessener Weise schützen kann, sind wir bereit, der bedrohten Bevölkerung (...) zu helfen und sie zu schützen", sagte der bei der serbischen Präsidentenwahl am 20. Jänner um eine zweite Amtszeit kämpfende Staatschef weiter.

Das Eingreifen werde mit Zustimmung "kompetenter internationaler Institutionen" und im Einklang mit dem Völkerrecht geschehen. Tadic nannte aber keine Einzelheiten. Der serbische Präsident hatte mit seiner Aussage offenbar den Nordkosovo im Sinn, der anders als der Rest der Provinz fast ausschließlich von Serben bewohnt ist und auch immer noch von Belgrad kontrolliert wird. Experten hegen keinen Zweifel daran, dass die dort lebenden Serben eine Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner nicht anerkennen werden und es damit zu einer Teilung der Provinz kommen wird.

Keine Einstimmigkeit bei der UNO
Der UNO-Sicherheitsrat ist in der Kosovo-Frage blockiert. Das Gremium war im vergangenen Monat zu keiner einstimmigen Entscheidung über die Zukunft der südserbischen Provinz gelangt. Verhandlungen zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern waren im Dezember endgültig gescheitert. Mit einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung der unter UNO-Verwaltung stehenden, formell zu Serbien gehörenden Provinz wird im Frühjahr gerechnet. Die USA und mehrere EU-Staaten hatten bereits angekündigt, den neuen Mini-Staat anzuerkennen.

Putin: Kosovo-Resolution "Präzedenzfall"
Der russische Präsident Wladimir Putin hat erneut Vorbehalte gegen eine Kosovo-Resolution des UNO-Sicherheitsrates geäußert. Eine solche Entschließung wäre ein Präzedenzfall und müsste die Unterstützung Belgrads und Pristinas haben, zitierten bulgarische Medien aus einem vom Kreml veröffentlichten Beitrag Putins vor dessen Besuch in Sofia. Die Position Russlands in der Angelegenheit sei "äußerst klar", sgte Putin: "Jede Resolution zum Kosovo sollte von beiden Seiten gebilligt werden." Serbien und dessen Verbündeter Russland lehnen eine Unabhängigkeit des Kosovo ab. (apa/red)