Serbien-Botschafter aus Wien abgezogen: Kosovo-Anerkennung sorgt für Aufregung

Österreich erkennt neuen unabhängigen Kleinstaat an Velikic übergab im Außenministerium Protestnote

Serbien-Botschafter aus Wien abgezogen: Kosovo-Anerkennung sorgt für Aufregung © Bild: Reuters/Szandelsky

Nach der Anerkennung des Kosovo durch Österreich hat der serbische Botschafter in Wien, Dragan Velikic, im Außenministerium eine Protestnote übergeben. "Ich habe meine diplomatische Aufgabe erfüllt und die Protestnote übergeben", sagte Velikic der APA. Innerhalb von 48 Stunden wird Velikic nun auf unbestimmte Zeit nach Belgrad zu Konsultationen zurückkehren. "Ich hoffe, dass ich bald nach Österreich zurückkomme."

Velikic führte Gespräche mit Außenministerin Ursula Plassnik und dem Leiter der Politischen Sektion des Außenamtes, Botschafter Thomas Mayr-Harting. Ihm sei versichert worden, dass "Österreich in Zukunft Serbien weiterhin unterstützen wird und Freund Serbiens bleibt". Das Ziel Österreichs bleibe die EU-Annäherung Serbiens. Er habe auch "sehr nette und sehr freundliche Botschaften an den serbischen Außenminister Vuk Jeremic zu überbringen", sagte der Diplomat und Schriftsteller.

Kein Abbruch diplomatischer Beziehungen
Serbien hatte angekündigt, die Botschafter aus all jenen Ländern nach Belgrad zurückzuholen, die den Kosovo anerkennen. Gleichzeitig wird betont, dass es sich dabei um keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen handle. Weitere Schritte ließ Belgrad allerdings offen.

Die Bundesregierung hatte die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo bereits beschlossen, drei Tage nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung von Serbien am 17. Februar. Für die Umsetzung dieses Beschlusses war die Ermächtigung durch Bundespräsident Heinz Fischer erforderlich. Plassnik unterzeichnete die Anerkennungspapiere. Die Übergabe des Anerkennungsschreibens und somit der letzte rein formale Akt der Anerkennung des Kosovo durch Österreich wird Anfang nächster Woche erwartet.

(apa/red)