Serben im Kosovo über Nobelpreis empört: Ahtisaari hat nichts zum Frieden beigetragen

Serbische Politiker kritisieren das Nobelpreiskomitee Vorwurf der Destabilisierung durch Ex-UNO-Vermittler

Serben im Kosovo über Nobelpreis empört: Ahtisaari hat nichts zum Frieden beigetragen © Bild: APA/Oczeret

Serbische Politiker im Nord-Kosovo haben mit Empörung auf die Entscheidung des Osloer Nobelpreiskomitees reagiert, den Friedensnobelpreis dem einstigen UNO-Vermittler im Kosovo, Martti Ahtisaari, zuzuerkennen. Der finnische Diplomat habe absolut nicht zum Frieden beigetragen, meinte Milan Ivanovic, Leiter des Serbischen Volksrates (SNV), des führenden Verbandes der Kosovo-Serben, gegenüber Belgrader Medien. Er warf dem UNO-Vermittler gar vor, "im Dienste der Mächtigen alles getan zu haben, um die Situation am Westbalkan dauernd zu destabilisieren".

Auch Momir Kasalovic, der im Dienste Belgrads stehende Kreisverwalter, ist der Ansicht, dass die Entscheidung des Nobelpreiskomitees nur bestätigen würde, in welchem "Maß das Völkerrecht, die Gerechtigkeit, die zivilisatorischen Werte und Errungenschaften nicht geachtet" würden. "Das, was Ahtisaari im Kosovo getan hat, ist ein Präzedenzfall. Wir haben gesehen, was danach mit Abchasien und Südossetien passiert ist", sagte Kasalovic. In der Welt würden Doppelnormen herrschen. "Anstatt zur Rechenschaft gezogen zu werden, hat Ahtisaari nun den Friedensnobelpreis erhalten."

In Belgrad blieben Reaktionen auf den Friedensnobelpreis für Ahtisaari zunächst aus. Serbien widersetzt sich allerdings nach wie vor dem vorjährigen Vorschlag des UNO-Vermittlers und hält auch die im Frühjahr entstandene Eulex-Mission von Sicherheits- und Justizbeamten für illegal. Russland hatte im Juli 2007 im UNO-Sicherheitsrat eine Resolution, die sich auf den Vorschlag Ahtisaaris gestützt hatte, blockiert. (apa/red)