Sensation für Rumänien rückt immer näher:
Mit Sieg gegen Holländer ins Viertelfinale

Mutu entschuldigte sich für verschossenen Penalty Franzosen und Italiener sind im glasklaren Nachteil

Sensation für Rumänien rückt immer näher:
Mit Sieg gegen Holländer ins Viertelfinale © Bild: AP/Ghirda

Rumänien hat es in der Hand, Italien und Frankreich von der EURO-2008 zu verabschieden. Gewinnt die Truppe von Teamchef Victor Piturca gegen den bereits feststehenden Gruppe-C-Sieger Niederlande, dann ist das Turnier für die beiden WM-Finalisten 2006 bereits nach der Vorrunde zu Ende. Kein Wunder, dass die tausenden rumänischen Fans am Freitagabend das 1:1 ihrer Truppe in Zürich gegen Italien und das 4:1 der Niederländer gegen Frankreich fast schon wie einen EM-Titel gefeiert haben.

"Das ist ein gutes Ergebnis für uns, immerhin haben wir gegen den Weltmeister gespielt. Unsere Chancen aufs Viertelfinale sind am Leben. Aber das nächste Spiel gegen die Niederlande werden wir wohl gewinnen müssen", bilanzierte Piturca, der mit den Rumänen zum Auftakt auch Frankreich ein Remis abgetrotzt hatte (0:0). Im Vergleich zum Frankreich-Match überzeugten die Rumänen diesmal aber nicht nur taktisch, sondern auch spielerisch auf der ganzen Linie.

Ausgerechnet Italien-Legionär Adrian Mutu war eine der prägendsten Persönlichkeiten der packenden Partie im Letzigrund. Zunächst nutzte der Fiorentina-Spieler eine miserable Kopfball-Rückgabe von Gianluca Zambrotta zum 1:0 (55.), nach dem postwendenden Ausgleich durch Christian Panucci (56.) wurde Mutu dann aber noch vom strahlenden zum tragischen Helden Rumäniens. Bei einem Elfmeter in der 81. Minute scheiterte der 29-Jährige am italienischen Stargoalie Gianluigi Buffon, mit dem er einst gemeinsam bei Juventus Turin gespielt hatte.

Mutu tragischer Held
Hätte Mutu getroffen und Rumänien 2:1 gewonnen, wäre Italien nach der Schweiz das zweite Team ohne jegliche theoretische Aufstiegschance gewesen. Und dann hätte Rumänien bereits ein Remis und eventuell sogar eine Niederlage zum Viertelfinaleinzug gereicht. "Der verschossene Elfmeter tut mir leid. Ich möchte mich bei allen rumänischen Fans dafür entschuldigen. Ich werde alles dafür tun, dass ich das gegen die Niederlande wieder gut mache", meinte der in seiner Heimat als Nationalheld verehrte Mutu, der nach eigenen Angaben erstmals seit sieben Jahren im Teamtrikot einen Elfer verhaut hat.

Mutu erzählte nach der Partie, dass Buffon nach dem Elfer auf ihn zukam und lächelnd meinte: "Ein Tor von dir reicht für heute." Den Elfer hat Mutu offenbar ganz bewusst eher in die Mitte geschossen. "Ich kenne Buffon sehr gut und dachte, dass er sich für eine Ecke entscheidet." Unterm Strich überwog bei Mutu deshalb nach Schlusspfiff die Enttäuschung. "Denn wir hatten die Möglichkeit auf einen Sieg."

Keine Vorwürfe
Von den Teamkollegen gab es keinerlei Vorwürfe Richtung Mutu, der in Italien bereits bei Inter Mailand, Hellas Verona, Parma, Juve und Fiorentina aktiv war. "Gegen Buffon einen Elfmeter zu schießen, ist alles andere als einfach", erklärte Kapitän Cristian Chivu, der ebenfalls in Italien (Inter Mailand) spielt und von einer "optimalen Leistung" seiner Mannschaft sprach. "Wir steigern uns von Spiel zu Spiel. Wir freuen uns auf das Endspiel gegen die Niederlande."

Und Piturca meinte zum Elfer seines Superstars mit der Nummer 10: "Mutu hat nicht vergeben, Buffon hat gehalten. Buffon verdient Lob für die Parade, die bewiesen hat, dass er einer der besten Tormänner der Welt ist. Elfmeter werden immer wieder verschossen, das gehört zum Fußball." (apa/red)

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