Sensation beim Asien-Cup: Irakisches Sommermärchen findet ein Happy End

1:0-Finalsieg über Saudi-Arabien. Mahmoud Held

Sensation beim Asien-Cup: Irakisches Sommermärchen findet ein Happy End

Younis Mahmouds Goldtor in der 71. Minute hat dem irakischen Sommermärchen das erhoffte Happy End beschert. Im Finalspiel des Asien-Cups in Jakarta besiegten die Iraker die favorisierten Saudi-Araber dank des Kopfballtreffers ihres Kapitäns mit 1:0. Es ist der erste Kontinental-Titel für das vom Krieg geplagte Land.

Die Erfolge der Fußball-Mannschaft haben den Irakern in den vergangenen Wochen einen ersehnten und seltenen Grund zum Feiern gegeben. Das Team vereint die drei großen Volksgruppen des zerrissenen Landes - Schiiten, Sunniten und Kurden - in einer Mannschaft. Nach dem Halbfinalsieg gegen Südkorea waren aber 50 Menschen bei Bombenanschlägen im Irak gestorben.

Drei Teamkicker hatten in den vergangenen Monaten Verwandte im Irak verloren. Die Nationalmannschaft hatte ihre Qualifikationsspiele wegen der gefährlichen Situation in ihrem Heimatland in neutralen Ländern ausgetragen. Doch am Sonntag spielten die Fußballer, von einer überschäumenden Welle der nationalen Unterstützung getragen, gegen die dreifachen Asien-Cup-Sieger aus Saudi Arabien das Spiel ihres Lebens.

Die saudischen Stürmer, die im Asien-Cup bis zum Finale 12 Tore erzielt hatten, machten gegen die beste Abwehr des Turniers keinen Stich. Die Iraker hatten die besseren Chancen, scheiterten aber an mangelnder Chancenauswertung und dem starken saudischen Schlussmann Yasser Al Mosailem. In der 71. Minute schließlich servierte Hawar Mulla Mohammed einen perfekten Eckball auf den Kopf von Kapitän Younis Mahmoud, der sich die Chance nicht entgehen ließ. Nach dem Schlusspfiff fielen die erschöpften Iraker zu Boden, küssten den Rasen und umarmten einander, überwältigt von grenzenlosen Emotionen.

FIFA-Präsident Joseph Blatter, der im Stadion in Jakarta anwesend war, sagte nach dem Spiel, dass die irakischen Fußballer Millionen inspiriert hätten, und das ihr Finaltriumph der Beweis sei, dass der Sport Menschen unter den widrigsten Umständen vereinen könne.

(apa/red)