Seltenes Interview von

Jennifer Aniston spricht offen
über Trennung und Kinderlosigkeit

"Ich bin nicht todunglücklich"

Seltenes Interview - Jennifer Aniston spricht offen
über Trennung und Kinderlosigkeit © Bild: imago/Independent Photo Agency

Seit rund 30 Jahren ist Jennifer Aniston im Mediengeschäft. Im Interview mit Molly McNearney, der Ehefrau von Moderator Jimmy Kimmel, spricht die langjährige Schauspielerin in der amerikanischen Ausgabe der "InStyle" über ihre Trennung, Kinderlosigkeit und ihre Erfahrungen mit Sexismus.

Im Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass die Ehe von Jennifer Aniston und Justin Theroux gescheitert ist. Der Trennung waren vehemente Krisengerüchte vorhergegangen. Nach dem Aus zog sich Aniston zunächst aus der Öffentlichkeit zurück. Nun gab sie der InStyle ein sehr offenes Interview.

"Es ist ziemlich verrückt. Die Fehlvorstellungen gehen von 'Jen kann keinen Mann bei sich behalten' und 'Jen weigert sich, ein Baby zu haben, weil sie Karriere machen will' – oder dass ich (Anm. nach der Trennung) am Boden zerstört bin", beschwerte sich der ehemalige "Friends"-Star und stellte klar: "Bei allem Respekt, mir wurde nicht das Herz gebrochen."

So regiert Jen auf " irrwitzige" Schlagzeilen

"Meistens kann ich mich zurücklehnen und über die irrwitzigen Schlagzeilen lachen, weil diese immer absurder werden", so Jennifer Aniston. "Ich schätze sie befriedigen eine Art Bedürfnis, das die Öffentlichkeit hat, aber ich konzentriere mich lieber auf meine Arbeit, meine Freunde, meine Tiere und darauf, wie wir die Welt zu einem besseren Ort machen können."

Keine Kinder wegen "medizinischer" Probleme?

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Erstmals deutete Aniston nun an, dass ein medizinisches Problem der Grund für ihre Kinderlosigkeit sei. Niemand wisse, was "hinter verschlossenen Türen" vor sich gehe und was sie "medizinisch oder emotional" durchgemacht habe.

»Wenn sich Frauen nicht fortpflanzen, gelten sie als Ausschussware«

"Es gibt diesen Druck auf Frauen, dass sie Mütter werden sollen - und wenn sie es nicht werden, sind sie Ausschussware. Vielleicht ist es nicht meine Bestimmung mich fortzupflanzen." Womöglich sei sie für andere Dinge vorbestimmt, so Jennifer Aniston.
Bei Promi-Trennungen würde die Schuldfrage seitens der Medien allgemein meist auf die Frau geschoben. Das kenne sie nur zu gut aus den Schlagzeilen über sie selbst.

Aniston über Sexismus in Hollywood

Von den Spekulationen der Klatschmagazine zeigt sie sich inzwischen genervt. "Auf Frauen lastet der Druck, Mutter zu werden, und wenn sie das nicht werden, gelten sie als kaputte Ware. Vielleicht habe ich einen andere Bestimmung auf diesem Planeten, als mich fortzupflanzen?", so die 49-Jährige.
Wenn sich ein Paar in Hollywood trennt, wird die Frau dafür verachtet

»Wenn sich ein Paar in Hollywood trennt, wird die Frau dafür verachtet«

"Ich habe auf alle Fälle meine Erfahrungen mit Sexismus in den Medien und in Hollywood gemacht", führte Aniston weiter aus. "Wenn sich ein Paar in Hollywood trennt, wird die Frau dafür verachtet. Die Frau wird dargestellt, als wäre sie verlassen, traurig und alleine. Sie gilt als Versagerin. Wann hast du das letzte Mal von einer Scheidung gelesen, bei dem ein kinderloser Mann als 'alte Jungfer' dargestellt wird?"

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Jennifer Aniston nimmt zur „MeToo“-Debatte Stellung

Generell habe sie in der Filmfabrik aber schlimmere Erfahrungen mit Frauen als mit Männern gemacht, so Jen in Bezug auf die Metoo-Debatte. "Es ist mir nie passiert, dass jemand, der in einer Vormachtstellung war, mich in eine unangenehme Situation gebracht hätte und das ausgenutzt hätte", stellte Aniston klar, fügte aber hinzu: "Ich persönlich habe erlebt, dass ich von Frauen verbal und energetisch viel schlimmer behandelt wurde in diesem Business."