Seltene Neigung von

Demisexualität: Was hinter der
sexuellen Orientierung steckt

Seltene Neigung - Demisexualität: Was hinter der
sexuellen Orientierung steckt © Bild: istock

Es gibt viele unterschiedliche sexuelle Neigungen und Praktiken. Während die Bedeutung von Homo-, Hetero- oder Asexualität bereits vielen Menschen geläufig ist, haben ebenso viele keine Ahnung was Demisexualität überhaupt bedeuten soll. Hier eine Aufklärung.

Wie äußert sich Demisexualität?

Demisexuelle fühlen keine sexuelle Anziehungskraft durch Äußerlichkeiten. Sie müssen eine starke emotionale Bindung zu jemandem aufbauen, um sich auch sexuell für ihn zu interessieren. Sie brauchen eine emotionale Bindung, um Sex überhaupt genießen zu können.

Der Grund : Bei Demisexualität spielt die primäre sexuelle Anziehung keine Rolle. Gemeint sind Merkmale wie Aussehen, Stimme oder Bewegung. Diese üben auf Demisexuelle keine erotische Faszination aus. Demisexualität als ein Gefühlszustand zu begreifen, der sich irgendwo zwischen aktiver Sexualität und Asexualität versteht.

Was turnt Demisexuelle an?

Sie empfinden hingegen eine sexuelle Anziehung zu sekundären Merkmalen, also Eigenschaften, die sie erst kennenlernen müssen. Dazu zählen beispielsweise Charaktereigenschaften wie der Humor. Erst wenn Demisexuelle einen Menschen sehr gut kennen und ihm vertrauen, fühlen sie auch das Verlangen, sich ihm körperlich hinzugeben.

Was Demisexuelle niemals machen

Mit einem Unbekannten zu flirten oder einen One-Night-Stand mit einem Fremden zu haben, ist für Demisexuelle uninteressant. Nicht, weil sie es für moralisch falsch halten, sondern weil es keinen Reiz auf sie ausübt.

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Wie verbreitet ist Demisexualität?

Noch ist unklar, wie viele Menschen eine demisexuelle Neigung haben, doch laut Statistiken liegt Demisexualität noch unter Asexualität, welche selbst nur 1 % der Bevölkerung ausmacht. Es ist daher relativ klar, dass nur ein sehr geringer Teil der Menschheit eine solche sexuelle Einstellung aufweist. Als tatsächlicher Begriff tauchte Demisexualität übrigens erstmals im Jahr 2008 auf.

Wie merkt man, dass man demisexuell ist?

Das Sexleben eines Demisexuellen unterscheidet sich grundsätzlich kaum von einer Person, die außerhalb einer Beziehung keinen Sex mit anderen Menschen haben möchte. Es gibt dennoch einen feinen Unterschied. Mit fünf Merkmalen können Sie sich selbst testen:

  1. Dass ein Fremder allein durch sein Aussehen diesen Reiz ausübt, können Sie nicht nachvollziehen. Das persönliche Kennenlernen einer Person ist ihnen wichtiger als sexuelle Abenteuer.
  2. Sie haben zwar grundsätzlich ein Interesse an Sex, aber beim Besuch einer Party fällt Ihnen normalerweise niemand auf, mit dem Sie gerne ins Bett gehen würden. Erst wenn Sie jemanden in intensiven Gesprächen kennengelernt und eine Verbindung zu ihm aufgebaut haben, wirkt er auch körperlich anziehend auf Sie
  3. Gespräche über Sex gefallen Ihnen gar nicht und Sie haben dabei das Gefühl, sich verstellen zu müssen. Demisexuellen fällt es schwer, über ihre Sexualität und heiße Dates zu sprechen.
  4. Sie sind sich manchmal unsicher, ob Sie auf Frauen oder Männer stehen. Grundsätzlich gibt es für Demisexuelle keine Festlegung auf ein bestimmtes Geschlecht. Für sie zählt, ob die Gefühlsbasis stimmt.
  5. Wenn Sie gerade nicht in einer Beziehung sind oder ein emotionales Interesse an jemandem haben, haben Sie gar keine Lust auf Sex und vermissen ihn auch nicht.

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