Seligsprechung von Papst Johannes Paul II:
Verfahren für Wojtyla ist nun abgeschlossen

Papst wird am Todestag Messe in Peterskirche feiern MITSTIMMEN: Glauben Sie an das Papst-Wunder?

Die erste Phase des Seligsprechungsprozesses von Johannes Paul II. wird genau zwei Jahre nach dessen Tod am 2. April abgeschlossen. Am Palmsonntag soll das Wunder für die Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. bekannt gegeben werden, teilte der Postulator der Causa, Slawomir Oder. Eine französische Ordensfrau soll auf wunderbare Weise von der Parkinson'schen Krankheit geheilt worden sein. Sie wird an den Feierlichkeiten anlässlich des zweiten Jahrestags des Todes von Karol Wojityla teilnehmen.

An der Zeremonie zum Abschluss der ersten Seligsprechungsphase werden am kommenden Sonntag in der Lateranbasilika mehrere Kardinäle, Bischöfe und Gläubige aus der ganzen Welt teilnehmen. Am Montag werden Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz und der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski an der Messe teilnehmen, die Benedikt XVI. in der Peterskirche zelebrieren wird. "Dieses Event wird am zweiten Jahrestag des Todes von Johannes Paul II. die Aufmerksamkeit der Medien der ganzen Welt wecken", sagte Oder.

Forderungen, den verstorbenen Papst direkt zu kanonisieren, ohne ihn vorher selig zu sprechen, wie es Kardinal Dziwisz, langjähriger Privatsekretär von Johannes Paul II. gefordert hatte, erteilte Oder eine Absage. Das Kirchenrecht schreibe diese Trennung vor, weil ein gradueller Unterschied bestehe: Eine Seligsprechung sei ein definitiver Akt, der aber anders als eine Heiligsprechung nicht die Unfehlbarkeit des Papstamtes berühre.

Ordensschwester geheilt?
"Am vergangenen Freitag war ich in Frankreich wegen des Abschlusses des Prozesses über das Wunder der französischen Klosterfrau. Es war ein sehr schöner und intensiver Augenblick", sagte Oder. Die Ordensschwester habe sich einem kalligrafischen Gutachten unterziehen müssen, um zu beweisen, dass sie von der Parkinson'schen Krankheit genesen sei. Die Ordensschwester sei auch psychiatrischen Gutachten unterzogen worden. Die Ordensschwester, deren Identität nicht bekannt gegeben wurde, habe größte Kooperationsbereitschaft bewiesen.

Die Diözese Rom hatte das Verfahren zur Seligsprechung des polnischen Papstes am 28. Juni 2005 mit einer Sondererlaubnis von Benedikt XVI. eröffnet. Nach dem Kirchenrecht ist eine Frist von fünf Jahren zwischen dem Tod einer Person und dem Beginn des Seligsprechungsverfahrens vorgesehen. Bei der Totenmesse für den Karol Wojtyla hatten Gläubige in Sprechchören mit "Santo subito"-Rufen allerdings eine sofortige Heiligsprechung gefordert.

(apa/red)