Selbstmordversuch von Arigonas Mutter:
Vater Zogaj derzeit im Kosovo untergetaucht

Nurie Zogaj wollte sich die Pulsadern aufschneiden Geplante Abschiebung im Juli könnte sich verzögern

Selbstmordversuch von Arigonas Mutter:
Vater Zogaj derzeit im Kosovo untergetaucht © Bild: NEWS/Deak

Nurie Zogaj, Mutter der 16-jährigen Arigona, hat in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) in Oberösterreich einen Selbstmordversuch unternommen. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl, der die Flüchtlingsfamilie betreut. Laut "Sonntags-Rundschau" war Grund für den Suizidversuch Verzweiflung, dass ihr im Kosovo lebender Mann "untergetaucht" ist.

Schon seit über 14 Tagen gebe es keinen Hinweis auf den Verbleib von Arigonas Vater, Devat Zogaj. Der 42-Jährige sei im Kosovo nach Angaben der Zeitung "untergetaucht". Selbst Arigonas vier Geschwister, die Ende September 2007 mit ihm abgeschoben worden waren, wüssten nichts über den Aufenthalt des Vaters. "Als Nurie das erfahren hat, wollte sie sich die Pulsadern aufschneiden und umbringen. Zum Glück hat Arigona das rechtzeitig mitbekommen", wird Andreas Hammertinger, ein Freund der Familie, zitiert. Der "Kurier" berichtete unterdessen, dass der Vater Arigonas sich zurzeit im Kosovo auf Arbeitssuche befindet.

Pfarrer Josef Friedl machte den Druck der baldigen Abschiebung für die Verzweiflungstat verantwortlich. Zur Zeit sei die Frau aber stabil. "Sie ist noch immer im Krankenhaus Vöcklabruck und wird dort medikamentös behandelt." Dass ein angebliches Untertauchen ihres Mannes etwas mit dem beabsichtigten Suizid zu tun hätte, konnte Friedl nicht bestätigen.

Der Selbstmordversuch von Nurie Zogaj könnte sich unter Umständen auch auf die von Innenminister Platter mit Juli geplante Abschiebung der Familie auswirken, so Zogaj-Anwalt Helmut Blum. Denn dazu müsse die "physiche und psychische Gesundheit berücksichtigt" werden. "Daher ist es in der derzeitigen Situation sehr unwahrscheinlich, dass eine Abschiebung durchgeführt werden kann", so Blum.
(apa/red)