Selbstmordanschlag mitten in Stockholm:
Experten vermuten Al-Kaida hinter Anschlag

12. Dezember: Nur Attentäter selbst kam ums Leben Behörden erhielten vor ersten Explosion Droh-Mail

In Stockholm hat sich am 12. Dezember ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Bei zwei Explosionen im Zentrum der Hauptstadt starb lediglich der Terrorist, zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die Polizei bestätigte, dass kurz vor der ersten Explosion eine Droh-Mail einging. Dabei bezog sich der Attentäter offenbar auf die schwedische Militärpräsenz in Afghanistan.

Bei der ersten Explosion in einem Auto wurden zwei Menschen leicht verletzt, die daraufhin im Krankenhaus behandelt werden mussten, wie die Rettungskräfte mitteilten. Das Auto stand nach der Explosion in Flammen. Zwei Minuten später traf bei der Polizei ein zweiter Notruf ein. Am Ort der zweiten Explosion in einer nahe gelegenen Straße fand die Polizei einen Toten.

Auch die schwedische Nachrichtenagentur TT erhielt eine Mail von dem Attentäter, in der er auch die Haltung Schwedens zu den Zeichnungen des Künstlers Lars Vilks kritisierte. "Nun werden eure Kinder, eure Töchter und eure Schwestern sterben, so wie unsere Brüder, Schwestern und Kinder sterben", hieß es demnach in der Botschaft im Bezug auf den Afghanistan-Krieg.

Islamistischer Hintergrund
Eine islamistische Webseite hat den angeblichen Namen des Attentäters von Stockholm genannt. "Das ist unser Bruder, der Mujahid Taimur Abdel Wahab, der die Märtyrer-Tat in Stockholm vollbracht hat", meldete die Webseite "Shumukh al Islam". Dazu wurde ein Foto des angeblichen Attentäters gestellt. Die Webseite feierte sich selbst für den "großen Medien-Coup: ein exklusives Foto des Attentäters von Schweden".

Das Foto zeigt den angeblichen Attentäter in schwarzer westlicher Kleidung, mit einer schwarzen Brille und Händen in den Taschen vor einem grünen Tal. Auf der Webseite werden weder das Alter, noch die Staatsangehörigkeit des Mannes genannt. Auch wird nicht gesagt, ob er einer extremistischen Gruppe angehört.

Verbindungen zu Al-Kaida
Laut Experten könnte der mutmaßliche Selbstmordattentäter im Auftrag des irakischen Arms des Terrornetzwerks Al-Kaida gehandelt haben. In seinem Testament habe sich Taimur Abdel Wahab auf Terrordrohungen des irakischen Al-Kaida-Ablegers "Islamischer Staat Irak gegen Schweden" bezogen, behauptet das auf Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE.

(apa/red)