Selbstmordanschlag in Sri Lanka: Hoher General durch Bombenattentat getötet

Regierung beschuldigt 'Befreiungstiger' des Mordes

Bei einem Selbstmordanschlag ist am Montag der Vize-Generalstabschef von Sri Lanka getötet worden. Der Attentäter raste nach Armeeangaben am Montagmorgen in einem Vorort der Hauptstadt Colombo mit einem Motorrad gegen den Wagen von General Parami Kulatunga und sprengte sich in die Luft. Neben dem stellvertretendem Generalstabschef und dem Täter kamen drei weitere Menschen ums Leben. Sechs Menschen wurden verletzt. Das srilankische Militär machte die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verantwortlich. Der Anschlag ist ein schwerer Schlag für den ohnehin nur noch auf dem Papier existierenden Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen.

Kulatunga ist das bisher ranghöchste Opfer aus der Armeeführung in dem vor drei Jahrzehnten begonnenen Bürgerkrieg zwischen den Befreiungstigern und der Regierung. General Kulatungas Wagen brannte durch die Explosion vollständig aus. Die Leibwächter hatten keine Zeit mehr, den Attentäter aufzuhalten. Unter den Toten waren zwei Soldaten sowie ein Zivilist, der zum Zeitpunkt des Anschlags an der Straße stand.

Für den Anschlag übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Das srilankische Militär machte die Befreiungstiger verantwortlich. "Uns liegen Beweise vor, dass die Explosion von einem LTTE-Attentäter ausgelöst wurde", sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Der Führer des politischen Flügels der Rebellen warnte Norwegen davor, seine Vermittlerrolle in dem Konflikt zwischen LTTE und Colombo aufzugeben. Das wäre das Signal für das Ende des ohnehin "brüchigen Waffenstillstandes" und würde den Krieg neu entfachen, sagte S.P. Thamilselvan einer den Rebellen nahestehenden Webseite.

Das Attentat wurde drei Tage vor einem Krisentreffen verübt, bei dem Norwegen als offizieller Vermittler in dem Konflikt zwischen Regierung und LTTE über die Zukunft der internationalen Waffenstillstands-Beobachter entscheiden will. Unter Schirmherrschaft Norwegens hatten sich LTTE und Colombo 2002 auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die Gespräche liegen seit April 2003 jedoch auf Eis. In den letzten Monaten hat die Gewalt deutlich zugenommen. Seit Dezember starben 815 Menschen. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam kämpfen seit 1972 für die Unabhängigkeit der von der tamilischen Minderheit bewohnten Gebiete.

(apa/red)