Selbstmordanschlag in Ost-Afghanistan: Mindestens 10 Einheimische wurden getötet

Weitere 14 Menschen wurden dabei verletzt Die Opfer sind überwiegend afghanische Arbeiter

Vor einem US-Militärstützpunkt in Afghanistan hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 14 weitere wurden bei dem Anschlag in Khost im Osten des Landes verletzt, wie Provinzgouverneur Jamal Arsalah mitteilte. Bei den Opfern handelt es sich um afghanische Arbeiter, die vor dem Stützpunkt gewartet hatten. Der Anschlag sei das Werk von Feinden Afghanistans, sagte er.

Der Attentäter habe Sprengstoff an seinem Körper in einer Gruppe Tagelöhner gezündet, die auf Einlass in die Basis in der Provinz Khost warteten, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul. Eine Sprecherin der Internationalen Schutztruppe ISAF sagte, Soldaten seien bei der Explosion nicht zu Schaden gekommen.

Laut Taliban doch US-Spione unter Toten
Die Taliban teilten dagegen mit, bei dem Selbstmordanschlag seien sechs US-Soldaten und vier ihrer "afghanischen Spione" getötet worden. In einer Mitteilung auf der Internetseite der Rebellen hieß es, der Attentäter - ein Afghane aus Khost - habe sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einen Konvoi der US-Truppen gelenkt.

139 Anschläge im letzten Jahr
Die US-Militärbasis Salerno liegt rund sechs Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Khost-Stadt. Seit die Taliban ihren Aufstand gegen die afghanische Regierung und ausländische Truppen verstärkt haben, hat auch die Zahl der Selbstmordanschläge erheblich zugenommen. Nach Angaben der US-Streitkräfte wurden im vergangenen Jahr 139 Selbstmordanschläge verübt, 2005 waren es lediglich 27. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Zivilpersonen.
(apa/red)