Selbstmordanschlag auf Armee in Pakistan:
Polizei meldet mindestens zehn Tote

Ereignete sich in einer Grenzregion zu Afghanistan Weiter zahlreiche Proteste gegen Musharraf

Selbstmordanschlag auf Armee in Pakistan:
Polizei meldet mindestens zehn Tote

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der Armee im Nordwesten Pakistans sind mindestens 15 Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Elf Zivilisten und vier Polizisten seien ums Leben gekommen, sagte Armeesprecher Washeed Arshad. Unterdessen reißen die Proteste gegen die Kandidatur des pakistanischen Militärmachthabers Pervez Musharraf bei der Präsidentenwahl nicht ab.

Der Anschlag ereignete sich in der Umgebung der Garnisonsstadt Bannu in der unruhigen Grenzregion zu Afghanistan. Zu der Explosion sei es gekommen, als die Sicherheitskräfte an dem Posten ein Fahrzeug kontrollieren wollten. Unklar sei, ob sich der Fahrer oder einer der Passagiere in die Luft gesprengt habe. Bannu liegt am Rande der halbautonomen Stammesgebiete, in denen Angriffe von Taliban-Anhängern in den vergangenen Monaten stark zugenommen haben.

Oppositionelle Anwälte führen Proteste an
Die Proteste gegen die Präsidentschafts-Kandidatur von Musharraf gingen unterdessen weiter. Nach Angaben der Opposition und von Nachrichtensendern gingen tausende Musharraf-Gegner in Islamabad und anderen pakistanischen Städten auf die Straße. Oppositionelle Anwälte führten die Proteste an. Das Musharraf-Regime wolle jede abweichende Stimme unterdrücken, sagte der Chef der Anwaltskammer am Verfassungsgericht, Munir Malik.

Bei einer Demonstration von Anwälten in der Hauptstadt Islamabad waren rund 60 Menschen verletzt worden, als die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Musharraf-Gegner vorging. Der oberste Verfassungsrichter Iftikhar Chaudhry ordnete deswegen am Montag die sofortige Suspendierung des Polizeichefs von Islamabad, Syed Marwat Ali Shah, an.

Das Verfassungsgericht hatte den Weg für Musharrafs Kandidatur freigemacht, obwohl er zugleich Armeechef ist. Der Machthaber hat zugesagt, sein militärisches Amt nach der Wahl, aber noch vor seiner Vereidigung zum Präsidenten, aufzugeben.

Leiter der Heilsarmee erschossen
Der Leiter der Heilsarmee in Pakistan, Bo Brekke, wurde im Hauptquartier des evangelikalen Missionswerks in Lahore erschossen, wie Kathpress am Montag berichtete. Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 18.30 Uhr, kurz nachdem der aus Norwegen stammende Brekke eine Sitzung verlassen hatte und in sein Büro ging. Das Verbrechen sei von einem "nicht-terroristischen Einzeltäter" ausgeführt worden, der in Haft sei, teilte die Polizei in Lahore mit. Die Frau Brekkes war zum Zeitpunkt der Tat in London, wo sie an einer Konferenz im Heilsarmee-Hauptquartier teilnahm.

Das Ehepaar Brekke hatte erst im September 2006 die Leitung der Heilsarmee in Pakistan übernommen. Zuvor waren die Brekkes im Dienst des Missionswerkes in Sri Lanka und Bangladesch tätig gewesen. In christlichen Kreisen in Pakistan werden Zweifel an der Version der Polizei von Lahore über den "nicht-terroristischen Einzeltäter" geäußert.

(apa/red)