Selbstmordanschläge geplant: Über 170 Al Kaida-Mitglieder in Saudi-Arabien verhaftet

Razzien gegen die Terrorzellen waren erfolgreich Öl-Anlagen unter den geplanten Anschlagszielen

Saudiarabische Sicherheitskräfte haben über 170 mutmaßliche Al-Kaida-Extremisten festgenommen. Einige der Verdächtigen hätten sich als Piloten ausbilden lassen, um Selbstmordanschläge in dem Königreich zu verüben, teilte das Innenministerium im staatlichen Fernsehen mit. Zu den geplanten Zielen gehörten demnach Öl-Anlagen.

Die Polizei habe 3,9 Millionen Euro (20 Millionen Riyal) bei den Razzien beschlagnahmt, bei denen die Verdächtigen gefasst wurden. "Einige waren in andere Länder geschickt worden, um Luftfahrt zu studieren", hieß es.

Der Sprecher des Innenministeriums, Mansur al-Turki, sagte in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Arabiya, die Sicherheitskräfte hätten insgesamt sieben Terrorzellen in verschiedenen Städten ausgehoben. Die größte von ihnen habe 61 Mitglieder gezählt und in der Pilgerstadt Mekka operiert.

Bei den Verdächtigen seien zahlreiche Waffen gefunden worden. Die Razzien zogen sich nach Ansicht von Beobachtern in Saudi-Arabien über mehrere Monate hin.

Seit vier Jahren haben islamistische Terroristen, die sich dem Terrornetzwerk des in Saudi-Arabien geborenen Osama bin Laden verbunden fühlen, zahlreiche Anschläge auf Ausländer und Angehörige der Sicherheitskräfte verübt. Ein Selbstmordanschlag auf die große Ölraffinerie von Abkaik war im vergangenen Jahr vereitelt worden.

Sturm eines Gefängnisses geplant
Die Verhafteten haben neben Anschlägen auf Ölfelder auch den Sturm eines Gefängnisses geplant, erklärte das Innenministerium. In den Angriffen hätten offenbar auch Flugzeuge eingesetzt werden sollen.

Es seien Selbstmordanschläge gegen Personen des öffentlichen Lebens, Einrichtungen der Ölindustrie und Militäranlagen geplant gewesen, hieß es in der Erklärung. Auch militärischen Ziele außerhalb Saudi-Arabiens hätten die Militanten im Visier gehabt. Einige Verdächtige hätten im Ausland Flugunterricht genommen, um Flugzeuge in Anschlägen in Saudi-Arabien einsetzen zu können, lauteten weitere Vorwürfe.

Der staatliche Sender Al Echbariah zeigte Bilder von großen Waffenarsenalen, die in der Wüste entdeckt worden seien. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte dem Sender Al Arabiya, dass auch Ausländer zu den Verhafteten zählten.

(apa/red)