Selbstmordanschläge in Kirkuk: 21 Tote und über 70 Verletzte im Irak zu beklagen

Drei Detonationen: Lastwagen explodierte vor Gericht

Mehrere Selbstmordanschläge in der nordirakischen Stadt Kirkuk haben mindestens 21 Menschen das Leben gekostet. Rund 70 Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Zunächst war ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in der Nähe des Gerichts und der Zentralen der größten kurdischen Parteien explodiert, wobei 18 Menschen starben. Dann rammte ein Fahrzeug eine US-irakische Patrouille. An anderen Orten in Kirkuk sollen weitere Autobomben detoniert sein. In Bagdad fielen am Wochenende wieder fast 60 Menschen der Gewalt zum Opfer.

Irakische und US-Sicherheitskräfte verhafteten nach eigenen Angaben ein ranghohes Mitglied der Terrorgruppe Al Kaida im Irak. Der Verdächtige sei bereits am Mittwoch in der nordirakischen Stadt Mosul festgenommen worden, hieß es in einer am Sonntag in Bagdad veröffentlichten Erklärung der US-geführten Koalitionsstreitkräfte. Die Identität des Mannes wurde nicht veröffentlicht; er wurde als "extrem aktiver Waffenschmuggler" bezeichnet, der in Autobombenanschläge auf die irakische Polizei verwickelt sei. Bei weiteren Razzien seien 70 Verdächtige verhaftet worden, hieß es weiter.

In Bagdad wurden die Leichen von vier nicht identifizierten Männern gefunden. Alle hatten die Augen verbunden und waren an Händen und Füßen gefesselt, wie ein Polizeisprecher erklärte. Zwei weitere Leichen wurden im Tigris entdeckt. Bereits am Samstag hatte die Polizei im Stadtgebiet insgesamt 27 Leichen gefunden. Bei drei Anschlägen mit Autobomben wurden am Samstag erneut mindestens neun Menschen getötet.

Bagdad wird abgeschottet
Das irakische Innenministerium stellte unterdessen einen Plan vor, wonach die sechs Millionen Einwohner der irakischen Hauptstadt durch Gräben vor Selbstmordattentätern geschützt werden sollen. Ein Sprecher erklärte, die ersten Gräben sollten in den kommenden Wochen ausgehoben werden. Einzelheiten zu ihrer Länge nannte er nicht. Fahrzeuge und Fußgänger sollen nur noch an 28 bewachten Kontrollpunkten in die Stadt kommen. Die internationalen Truppen im Irak bestätigten am Samstag den Plan.

Der Vertreter der Arabischen Liga im Irak, der Marokkaner Mukhtar Lamani, reichte nach Angaben aus Diplomatenkreisen seinen Rücktritt ein. Als Gründe für diesen Schritt wurden die mangelnde Finanzierung und die langsamen Fortschritte bei den Bemühungen um eine Versöhnung der irakischen Religionsgruppen angegeben. Die Arabische Liga hatte ihr Büro in Bagdad im Juni wieder geöffnet.
(apa/red)