Selbstmörder steuert Flieger in Amtshaus:
US-Behörden schließen einen Terrorakt aus

Zwei Todesopfer, 13 Menschen bei Attacke verletzt Programmierer drückt Wut über Steuerbehörden aus

Selbstmörder steuert Flieger in Amtshaus:
US-Behörden schließen einen Terrorakt aus © Bild: Reuters/Sklar

Aus Wut über die amerikanische Steuerbehörde (IRS) ist ein Selbstmörder mit seinem Kleinflugzeug in Austin (Texas) in ein Bürohochhaus geflogen. Die Feuerwehr barg mehrere Stunden nach dem Zwischenfall zwei Leichen aus den Trümmern. Nach ersten Berichten soll es sich dabei um den Piloten und einen Büroangestellten handeln. Mindestens 13 Menschen in dem stark beschädigten siebenstöckigen Gebäude der IRS wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Die Maschine des Todespiloten, der im Internet einen Abschiedsbrief hinterließ, ging in einem Feuerball auf. Das US-Heimatschutzministerium vermutete keinen terroristischen Hintergrund.

Für die Büroarbeiter des Gebäudes sah das allerdings zunächst anders aus: Viele dachten sofort an einen Terrorakt, als sie gegen 10.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) ein blau-weißes Kleinflugzeug auf sich zu rasen sahen. "Es sah aus, als ob das Flugzeug direkt in mein Fenster fliegt", schilderte der Finanzbeamte William Winnie der Zeitung "Austin Statesman". Kurz vor dem Einschlag habe die Maschine dann abgedreht und sei in ein unteres Stockwerk gerast. Die dann folgende Explosion habe das Gebäude erschüttert. In Panik liefen die Büroangestellten ins Freie. Manche sagten, sie hätten zuerst an ein Erdbeben gedacht.

Todespilot als Joseph Stack identifiziert
Die Ermittler kamen dem Todespiloten schnell auf die Spur. Er wurde als Joseph Stack identifiziert - am selben Vormittag hatte der 54-Jährige sein Wohnhaus angezündet. Als die Rettungskräfte dort eingetroffen waren, fehlte vom Hausbesitzer jede Spur. Er war auf dem Weg zum nahe gelegenen Georgetown Municipal Airport, wo seine Maschine vom Typ Piper Cherokee PA-28 stand.

Wenige Minuten später lenkte Stack sie auf das Gebäude der Steuerbehörde zu. Zufall oder nicht?, fragten sich die Ermittler. Kurz darauf entdeckten sie auf seiner Webseite den Abschiedsbrief - gezeichnet mit "Joe Stack". "Zeiten der Verzweiflung fordern verzweifelte Taten", notierte er. In dem sechsseitigen Schreiben drückt Stack seine Wut über die Steuerbehörden aus. Der Verfasser klagt darin auch über andere Einrichtungen und Personen - etwa Ex-Präsident George W. Bush oder die Wall Street-Banken

(apa/red)