Jetzt aber wirklich: selbst ist die Frau

Erst seit 1957 dürfen Frauen ein eigenes Bankkonto eröffnen und damit über ihr eigenes Geld zu entscheiden. Heute ist alles anders – oder doch nicht?

Jetzt aber wirklich: selbst ist die Frau © Bild: iStock

Denn Hand auf’s Herz: Nutzen Frauen wirklich alle Möglichkeiten, um mit Männern finanziell in einer ähnlichen Liga zu spielen – und damit auch einer sicheren Zukunft im Alter entgegen zu sehen?

Der Gender-Pay-Gap ist nach wie vor eines der viel diskutierten Themen unserer Gesellschaft. Laut Eurostat ist hat sich der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern im Zehnjahresvergleich zwischen 2009 und 2019 zwar um 4,4 Prozentpunkte verringert. Frauen verdienen aber immer noch um 19,9 Prozent weniger als Männer. Das liegt deutlich über dem EU-Schnitt mit 14,1 Prozent. Niedrigere Erwerbseinkommen und vor allem durch Kindererziehung lückenhafte Versicherungsverläufe sowie ein früheres Pensionseintrittsalter führen letztlich zu erheblich niedrigeren Pensionen: So müssen Frauen im Schnitt mit einer halb so hohen Pension als Männer auskommen.

Selbstbewusst übers Geld reden

Keine Frage, es ist noch viel zu tun in Sachen finanzieller Gleichberechtigung. Trotzdem ist finanzielle Sicherheit nicht nur ein Politikum. Der Weg in die eigene finanzielle Unabhängigkeit und Zukunftsvorsorge beginnt mit dem Selbstbewusstsein, sich proaktiv mit dem lieben Geld auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, darüber zu sprechen: Etwa bei Gehaltsverhandlungen selbstbewusst auftreten und sich nicht unter seinem Wert zu verkaufen. Dem (Ehe-)Partner gegenüber den Wunsch aussprechen, wieder in eine Vollzeit-Beschäftigung zurückkehren zu wollen und gemeinsam alternative Lösungen finden, um Job und Familie unter einen Hut zu bringen. FinanzberaterInnen raten, sich ab dem ersten Vollzeit-Nettogehalt 10 bis 15 Prozent für die Pension auf die Seite zu legen.

Anderen zuhören und das Beste für sich selbst nützen

Wo reden noch Gold wert ist: Der Austausch mit Freundinnen oder Arbeitskolleginnen über deren Wege zur finanziellen Absicherung bietet die Möglichkeit, zu vergleichen und sich Inspirationen für das eigene Anlageverhalten zu holen. Einen konkreten Fahrplan für die eigene Altersvorsorge liefert aber letztlich eine Beratung bei einem qualifizierten Financial Planner, der individuell passende Finanzierungslösungen und Pensionsstrategien zusammenstellt. Schließlich tickt jeder anders – sei es hinsichtlich der Risikobereitschaft oder der persönlichen Wünsche für die Zukunft.

Wer viel weiß, lässt sich nichts einreden

Ergänzend dazu lohnt es sich auf jeden Fall, sich in den diversen Online-Kanälen schlau zu machen. Denn Finanzwissen ist der erste Schritt, finanziell selbstbestimmt in die Zukunft zu gehen. Neue Wege, sich fit in Sachen Finanzen zu machen sind Blogs und einschlägige Internetportale. Hauptsache ist, nicht länger damit zu warten. Schließlich erkannte schon Oscar Wilde: „Als ich jung war dachte ich, dass Geld das Wichtigste im Leben ist. Nun da ich alt bin, weiß ich es.“

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