Segler Spitzauers letzer Olympia-Auftritt:
Will sich mit guter Leistung verabschieden

Fünfte und letzte Teilnahme bei olympischen Spielen Startet mit neuem Vorschoter Nehammer im Starboot

Segler Spitzauers letzer Olympia-Auftritt:
Will sich mit guter Leistung verabschieden © Bild: APA/EPA/Makridis

Hans Spitzauer wird ab Freitag das letzte Mal bei Olympischen Spielen die Segel setzen. Natürlich will er ein Topergebnis einfahren, aber auch wenn nicht, dann wird er mit gutem Gefühl auf seine Karriere zurückblicken. "Ich weiß, wie es am nächsten Tag weiter geht, ob ich gut fahre oder schlecht fahre. Das wird mich nicht in meinen Grundfesten erschüttern und ist kein Beinbruch", weiß der 43-Jährige, der mit Vorschoter Christian Nehammer (32) im Starboot vor Qingdao antritt.

Es ist die fünfte Olympiateilnahme für Spitzauer, Platz vier 1996 in Atlanta im Finn war das bisher beste Ergebnis. Dass er nochmals eine Olympiakampagne in Angriff genommen hat und die anstrengende Phase der Qualifikation, hing auch damit zusammen, dass sein Vater in Qingdao geboren wurde, weil der Großvater dort ein Kohlekraftwerk gebaut hatte, und er nochmals an seinen Wurzeln und der Herkunft arbeiten wollte. Aber auch, weil er mit Platz 13 vor vier Jahren in Athen nicht aufhören wollte. "Es ist keine Schande, wenn man im Star 13. wird, aber ich habe mir gedacht, 13 ist doch ein bisschen zäh, und vielleicht geht da noch was."

"Gute Basis geschaffen"
Also suchte er einen Vorschoter, der von der Klasse her auch international mithalten kann. "Das ist wie im österreichischen Fußball und der Champions League, das ist schon nicht ganz so einfach. Gut, dass wir uns gefunden haben", bekennt Spitzauer. In Qingdao verfügen die Österreicher über ein Boot, das bei Leichtwind eine sehr gute Geschwindigkeit entwickelt. "Dann hatten wir auch im Segelbereich noch Ideen, die wir getestet haben, die Sachen sind alle eingeschlagen. Wir haben eine gute Basis geschaffen, um einen guten Wettkampf zu segeln. Ich habe das Gefühl, das Boot fährt gut, das stimmt mich positiv. Und ich habe mich selten in meiner Segelkarriere getäuscht. Wenn ich so ein Gefühl hatte, haben wir immer einen guten Wettkampf gehabt. Wir können eine absolute Topleistung bringen."

Hans Spitzauer hat in seiner Karriere auch schwere Zeiten durchlebt, auf diesem Erfahrungsschatz wird er zurückgreifen, sollte es nicht so klappen wie erwünscht. "Ich kann auch gut mit einer Niederlage umgehen, wenn ich mein Bestes gebracht habe und die anderen waren besser. Das gehört im Sportlerleben dazu. Ich wünsche mir, dass ich meine Leistung bringen kann und auch der Christian, und dass wir eine gute Teamleistung bringen. Und dann ist einiges drinnen." Klar träumt er davon, aber er spricht nicht von einer Medaille. "Ich will am Ende des Wettkampfes sagen, es hat alles gepasst", lautet sein Ziel.

Familie reist oft mit
Spitzauer ist verheiratet und Vater von drei Kindern, bei längeren Trainingsaufenthalten in den USA oder Italien beispielsweise lässt er schon mal seine Frau mit den zwei kleinen Mädchen (der Sohn ist bereits älter) nachkommen. "Als wir an der Küste der Toskana trainiert haben, hat die Familie dort Urlaub gemacht. Ich habe immer geschaut, dass ich nicht mehr als zwei, drei Wochen von der Familie weg bin, das ist für alle mühsam und eine Belastung. Wir haben im ganzen Rundumpackage eine super Zeit gehabt. Wir haben schon so viel geschafft miteinander, alles was jetzt noch kommt, kann nur ein Gewinn sein."

Das berufliche Umfeld ist ebenfalls längst gut bereitet. Sein Geld verdient er als Consultant und Managementtrainer. Mit einer Designfirma hat er einen Wettbewerb der Stadt Wien gewonnen und entwickelt ein neues Boot. Im September soll der Prototyp fertig sein.

(apa/red)