Wien von

Schießerei in
Wiener Innenstadt

Security-Mitarbeiter wurde bei Banküberfall angeschossen und schwer verletzt

Polizei © Bild: APA/HANS PUNZ

Ein Bankräuber hat Donnerstagfrüh in der Wiener Innenstadt auf der Flucht den Wachmann des Geldinstituts angeschossen und ist auf einem Fahrrad entkommen. Er flüchtete laut Polizei vom Tatort am Kärntner Ring in Richtung Karlsplatz, eine Großfahndung war die Folge. Der mindestens ein Mal in den Oberschenkel getroffene Sicherheitsmitarbeiter wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

"Kurz nach 8.00 Uhr ist ein Mann in die Filiale der DenizBank am Kärntner Ring 14 gekommen und hat Bargeld gefordert", erläuterte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Mitarbeiter in der Filiale. Nachdem dem Räuber Geld übergeben wurde, stieg der Mann laut Maierhofer vor der Bank auf ein Fahrrad, mit dem er auch zum Tatort gekommen war. Er bog um die Ecke in die Dumbastraße ab, wo ihn der Wachmann der Bank stoppen wollte.

Handgemenge zwischen den Männern

"Der Täter ist stehen geblieben und mit einem Fuß vom Rad gestiegen. Dann hat er dem Security mindestens ein Mal in den Oberschenkel geschossen", sagte der Sprecher. Es dürfte auch ein Handgemenge zwischen den beiden Männern gegeben haben. Schließlich fuhr der Räuber geradeaus zwischen Musikverein und Künstlerhaus davon. Der Gesuchte ist etwa 1,80 groß und trug einen schwarzen Mantel. Ob und wie er maskiert war, sollte die Auswertung von Kamerabildern zeigen. Auch ob er das Geld mit vorgehaltener Waffe gefordert, oder diese erst auf der Flucht gezogen hatte, war noch unklar - ebenso, wo sich der Security zunächst aufgehalten hatte. Die Bankangestellten blieben jedenfalls unverletzt.

Der Wachmann wurde von der Wiener Berufsrettung notfallmedizinisch versorgt. Er kam laut Pressesprecherin Corina Had mit schweren Verletzungen in ein Spital. Nach Informationen der Polizei aus dem Krankenhaus befand sich der Verletzte am späten Vormittag nicht in Lebensgefahr. Nach dem Räuber wurde auch per Hubschrauber gesucht. Zwei Polizeihelikopter kreisten über der Stadt. Auch am Boden wird großräumig gefahndet, sagte Maierhofer. Die Maßnahmen betrafen demnach das ganze Stadtgebiet und das Wiener Umland.

Polizisten mit Schutzweste und Helm

Am Kärntner Ring und am Ort der Schussabgabe in der kleinen Straße zwischen der Bank und dem Hotel Imperial standen zahlreiche Polizisten mit Schutzweste und Helm sowie einige Kriminalisten und die Spurensicherung in Zivil. Passanten und Autofahrer wurden mit Absperrbändern am Durchqueren der Dumbastraße gehindert. An der Kreuzung mit der Bösendorferstaße blieb nach dem Abtransport des verletzten Wachmanns ein blutiges Tuch am Gehsteig zurück.

Neben zahlreichen Medienvertretern verfolgten auch Schaulustige und Touristen das Geschehen. Zwei Männer, die von einem Chauffeur in einer schwarzen Limousine mit Diplomaten-Kennzeichen zu der Filiale der türkischen DenizBank gebracht wurden, mussten vor der Absperrung umdrehen und wieder in ihr Fahrzeug steigen. Eine Hotel-Mitarbeiterin, die zunächst im Gespräch mit einem Polizisten darauf bestand wie immer den Personaleingang in der Dumbastraße benützen zu wollen, wich dann doch auf einen der anderen Zugänge aus.

Aufgrund der Beschreibung des Bankräubers fielen in der Nähe des Tatorts gleich mehrere Personen ins Auge. Zahlreiche Radfahrer waren am Ring-Radweg wegen der Kälte mit Schal vor dem Gesicht unterwegs. Genauere Hinweise auf den Täter könnten die Bilder aus den Überwachungskameras liefern. Das Landeskriminalamt übernahm laut Maierhofer die weiteren Ermittlungen.

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