Sechster Titelgewinn en suite: Olympique Lyon erneut französischer Fußball-Meister

Erneute Titelverteidigung bedeutet Rekord in Europa

Sechster Titelgewinn en suite: Olympique Lyon erneut französischer Fußball-Meister

Ohne gespielt zu haben, hat Olympique Lyon in Frankreich das halbe Titel-Dutzend voll gemacht und damit für einen Fußball-Europarekord gesorgt. "Sechs Titel in Folge, das ist fabelhaft. Das ist ein Rekord, der zu unseren Lebzeiten nicht geschlagen wird. Außer vielleicht von Lyon im nächsten Jahr. Das ist eine große Befriedigung", jubelte Trainer Gerard Houllier.

Sein Team gewann als erste Mannschaft aus einer der europäischen Topligen zum sechsten Mal in Folge den nationalen Meistertitel. "Wir gehen in die Geschichte ein und das ist ein großer Wert", sagte Mittelfeldspieler Florent Malouda. Auch in der österreichischen Liga hat es bisher noch keine derartige Erfolgsserie gegeben, die Austria hatte von 1978 bis 1981 vier ÖFB-Titel in Serie eingefahren.

"Lyon im sechsten Himmel", titelte "L'Equipe". Die Sportzeitung glaubt an eine Dauerregentschaft von "OL": "Noch zehn Jahre? Es gibt keinen Grund, warum die Dominanz Lyons enden sollte." Seit 2002 dominiert der Klub den Fußball der Grande Nation. Nach dem neuerlichen Meisterstück kündigte Vereinspräsident Jean-Michel Aulas, der 20 Jahre im Amt ist, den Sturm auf den europäischen Fußball-Thron an: "Wir werden nicht stehen bleiben. Das Budget wird steigen. Wir werden näher an die größten europäischen Klubs herankommen." In der Champions League hat Lyon bisher nicht die erhoffte Rolle gespielt.

Nach den Patzern der Konkurrenz ist das Team in den letzten fünf Spielen nicht mehr einzuholen. Die Begegnung am Abend des Wahlsonntags zum Abschluss des 33. Spieltages in Auxerre wurde zum Schaulaufen. Ohne große Emotionen feierte der alte und neue Meister am Samstag die 2:3-Niederlage des Verfolgers Toulouse und die damit verbundene erfolgreiche Titelverteidigung bei Stade Rennes im Mannschaftshotel. "Es ist anders, als draußen mit einem Sieg auf dem Platz zu feiern. Aber die Freude und der Stolz sind gleich", sagte Kapitän Juninho, der bei allen Meisterschaften dabei war.

Immerhin sangen die Titelhamster ein paar Takte und stießen mit einem Glas Champagner an. Schließlich war man noch besser als in der vergangenen Saison, da holten sich die Houllier-Schützlinge "erst" vier Spieltage vor Ende der Meisterschaft die begehrte Trophäe. "Olympique hat bis Weihnachten fast alles gewonnen und jeder wusste bereits im alten Jahr, dass die Meisterschaft wieder nach Lyon geht. Sie haben sie auf jeden Fall verdient", sagte Marc Keller, der Manager des Liga-Konkurrenten AS Monaco.

Der trotz der Erfolge nicht ganz unumstrittene Trainer Houllier widmete den Titel seinem Chef. "Das ist ein schönes Geschenk zum 20-jährigen Dienstjubiläum des Präsidenten Jean-Michel Aulas." Zwar macht sich der Coach, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft, noch keine konkreten Gedanken im Hinblick auf die Saison 2007/08. Seine Mission sieht er trotz der Kritik nicht als beendet an, will aber mehr Machtbefugnisse: "Es wurden in dieser Woche Dinge gesagt und geschrieben, so dass ich mir viele Fragen über die Zukunft stelle. Es gibt eine bestimmte Anzahl von Garantien, die ich gerne hätte und die ich jetzt nicht habe", sagte er. Houllier ist seit 2005 im Amt.

(apa)