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Sechs Tote und acht Verletzte bei Anschlag auf Moschee in Quebec

Kanadas Premier verurteilt "Terroranschlag"

© Video: Zoomin

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in der kanadischen Stadt Quebec sind sechs Menschen getötet worden. Acht Gläubige seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Zeugen zufolge stürmten zwei Täter während des Abendgebets das Islamische Kulturzentrum und eröffneten das Feuer. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen. Kanadas Premier Justin Trudeau bezeichnete die Bluttat als "Terroranschlag".

Radio Canada zufolge hielten sich zum Tatzeitpunkt gegen 20 Uhr (Ortszeit) Dutzende Menschen in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, die zwei maskierte Männer hätten das Gebäude gestürmt, das Feuer auf die Betenden eröffnet und dabei "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Auch mehrere Kinder hätten den Angriff miterlebt.

Die Polizei startete eine großangelegte Suche nach den beiden Verdächtigen. Einer von ihnen wurde nahe dem Tatort gefasst, den zweiten Tatverdächtigen fassten die Einsatzkräfte nach einer Verfolgungsjagd etwa 20 Kilometer von der Moschee entfernt.

Premierminister Trudeau verurteilte das "terroristische Attentat auf Muslime in einem Gotteshaus". Muslimische Kanadier seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft, erklärte er am Montag. "Vielfalt ist unsere Stärke", sagte der Regierungschef. Derartige "sinnlose Taten" hätten keinen Platz "in unseren Gemeinden, Städten und unserem Land". Den Opfern und ihren Angehörigen sprach Trudeau sein Mitgefühl aus.

Auch Frankreichs Präsident Francois Hollande äußerte sich erschüttert über die "abscheuliche" Tat. Den Anschlag auf "den Geist des Friedens und der Offenheit" der Menschen in Quebec verurteile er aufs Schärfste.

Trudeau hatte am Samstag als Reaktion auf das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot gegen Bürger mehrerer muslimischer Länder den Willen seines Landes bekräftigt, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen - unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Einwanderungsminister Ahmed Hussen erklärte am Sonntag, die wegen der US-Einreisebeschränkungen in Kanada gestrandeten Reisenden würden eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

Trump hatte am Freitag per Dekret angeordnet, dass Bürger der sieben mehrheitlich muslimischen Länder Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Sudan und Jemen für 90 Tage keine Visa erhalten dürfen. Flüchtlingen weltweit wurde die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen sogar auf unbestimmte Zeit.

Der Regierungschef der Provinz Quebec, Philippe Couillard, verurteilte den Anschlag auf die Moschee ebenfalls scharf. Quebec lehne "diese barbarische Gewalt" ab, erklärte Couillard und rief zur Solidarität mit "allen Einwohnern Quebecs muslimischen Glaubens" auf. Der Bürgermeister der Stadt Regis Labeaume, sprach von einer völlig unerklärlichen und unsinnigen Tat. Nach dem Anschlag versammelten sich Demonstranten zu einer spontanen Solidaritätskundgebung vor der Moschee.

Anti-muslimische Attacken hatten sich in Kanada bisher auf eher symbolische Taten beschränkt. So hatten Unbekannte im vergangenen Sommer einen Schweinekopf vor die Tür des Islamischen Kulturzentrums in Quebec abgelegt. Andere Moscheen im Land wurden mit rassistischen Graffiti bemalt.

Kommentare

Österreich sollte sich jetzt dem kanadischen Premier Trudeau anschliessen und noch viel mehr muslimische Flüchtlinge in die Sozialsysteme aufnehmen. Solidarität und Refugees welcome ist nun dringend erforderlich!

Das ist die Politik des Präsidenten Kanadas. Er hat ja gestern alle willkommen geheißen. Dann braucht man sich nicht wundern und jammern. Wie Merkel hat ja auch alle eingeladen und man hat gesehen was raus kommt. Man kann die Politik Trump´s nur teilen. Einreiseverbot !!!!!!

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