Sechs Monate bedingt für Akademiker, der Richter beschimpft: Urteil in Abwesenheit!

45-Jähriger stieß auch Todesdrohungen aus

Der Mann hatte Richter Thomas Hahn per E-Mail sein Nichterscheinen avisiert. Er sei "nicht gewillt, die Verhandlung abzuführen", teilte er darin lapidar mit. Gegen das Urteil legte sein Verteidiger Berufung ein, es ist daher nicht rechtskräftig.

Die Vorgeschichte: Der Betriebswirt war in eine Auseinandersetzung um eine Wohnsiedlung in Wien-Donaustadt verwickelt. Dort machten erhebliche Baumängel den Mietern zu schaffen, die darauf hin eine Interessengemeinschaft bildeten, an deren Spitze zu Beginn der 45-Jährige stand.

Er lancierte einige Gerichtsverfahren, und als diese allesamt nicht in seinem Sinne entschieden wurden, begann er die Richterschaft mit Eingaben und Telefonaten "zuzudecken". Bestehende psychische Probleme brachen immer mehr durch. "Das, was den Herrn auszeichnet, ist eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit einer querulatorischen Systematik. Dieses Krankheitsbild begleitet einen das ganze Leben", führte dazu in der Verhandlung ein psychiatrischer Sachverständiger aus.

Der 45-Jährige wurde schließlich sogar besachwaltert. Seitdem "terrorisiert" er nicht nur Richter, sondern auch mehrere Anwaltskanzleien. Einem früheren Sachwalter drohte er mehrmals, er werde ihn "abstechen", mit seinem nunmehrigen weigert er sich zu sprechen. Als er zum letzten Mal im Bezirksgericht Donaustadt gesehen wurde, beschimpfte der Akademiker Kanzleikräfte als "feige, unfähige Dreckschweine." (apa/red)