Sebastien Loeb gelingt der 7. Streich:
Franzose ist und bleibt Rallye-Weltmeister

Fährt mit Sieg in Frankreich zum siebten WM-Titel Ebenfalls Rekord: 36-Jähriger feiert 60. Rallye-Sieg

Sebastien Loeb thront einsam auf dem Rallye-Olymp. Nach seinem siebenten WM-Titel in Folge noch überzeugender als bisher, schon 2008 hatte er die bis dahin gültige Bestmarke Tommi Mäkinens von vier Triumphen en suite überboten. Der schärfste Konkurrent des 36-jährigen Elsässers, Citroen-Teamkollege Sebastien Ogier, war am Samstag beim elften von 13 Saisonläufen, der Rallye Frankreich, ausgeschieden. Mit 60 Erfolgen ist Loeb auch bei der Zahl der Siege die Nummer eins. Citroen holte ebenfalls vorzeitig zum sechsten Mal die Hersteller-Wertung.

Vor den letzten beiden Stationen in Spanien und Wales weist Loebs saisonale (Zwischen-)Bilanz beeindruckende Werte aus. Nach elf WM-Stationen in diesem Jahr hat er sechs Siege und insgesamt zehn Podestplätze zu Buche stehen. Einzig in Japan hatten sich Loeb und sein monegassischer Beifahrer Daniel Elena mit Platz 5 bescheiden müssen. "Das ist das Beste, was mir je in meinem sportlichen Leben passiert ist", meinte Loeb.

Triumph in der Heimat
Loeb war es vergönnt, den neuesten Titel in seiner Heimat unter Dach und Fach zu bringen. Die Rallye ging im Elsass in der näheren Umgebung von Loebs Heimatort Haguenau zu Ende. Ihm reichte am Sonntag eine eher zurückhaltende Fahrt, um 35,7 Sekunden vor dem Spanier Daniel Sordo (ESP) und 1:16,8 Minuten vor Petter Solberg aus Norwegen zu siegen - beide ebenfalls Citroen-Piloten.

Der Parcours des Schlusstages hatte im Verlauf einer der vier Sonderprüfungen sozusagen an seinem Elternhaus vorbeigeführt. "Es ist unglaublich und ein großartiges Gefühl, hier zu gewinnen. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Zuschauer das Rennen verfolgen würden", gab Loeb zu Protokoll.

Lauter Rekorde
Der Wahl-Schweizer hat seit seinem WM-Debüt 1999 auf Korsika alle wesentlichen Bestmarken in seinem Sport übertroffen. Er hat drei Titel mehr als die viermaligen Champions Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen. Loeb gewann 60 WM-Läufe. 2005 konnte er auf Korsika als erster Fahrer alle Prüfungen bei einem WM-Lauf für sich entscheiden. Im selben Jahr siegte er als erster Pilot bei sechs WM-Rennen hintereinander. 2008 schaffte der zum "Ritter der Ehrenlegion" ernannte Loeb elf Saisonerfolge bei 15 Rallyes.

Nachdem er sich 2009 erst im letzten Lauf die WM-Krone aufgesetzt hatte, war in diesem Jahr die alte Dominanz wieder da. Sechs WM-Läufe konnte der Vater einer Tochter gewinnen. Einzig der zweite "Super Seb", der 26-jährige Sebastien Ogier, konnte ihm folgen - die Nachfolge konnte er aber noch nicht antreten.

(apa/red)