Schwitzen bis zum Umfallen: Heuriger Juli war an vielen Orten so heiß wie nie zuvor

16 Hitzetage in Wien: Temperatur-Rekord eingestellt Langenlebarn mit 36,8°C top. PLUS: Wetter-Prognose

Jetzt ist es amtlich: Der Juli 2006 war an vielen Orten "heiß wie nie zuvor". Das geht aus den Daten der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hervor. In Wien wurde der seit Messbeginn im Jahr 1851 heißeste Juli - 1994 mit 23,2 Grad Celsius - heuer um mindestens 0,6 Grad übertroffen.

Auch in einigen Landeshauptstädten - Bregenz, St. Pölten - wurden die alten Höchstmarken überschritten. Kein "Rekord" wurde in der Stadt Salzburg erreicht.

Die hohen Monatsmittel seien auf das beinahe völlige Ausbleiben "unternormaler" Temperaturen und die hohe Anzahl von Hitzetagen mit Höchstwerten von mindestens 30 Grad zurückzuführen. Bis Ende Juli wurden in Wien (16 Hitzetage), Graz (15), Innsbruck (14) und Bregenz (12) die alten Juli-Maxima übertroffen, in Klagenfurt (14) eingestellt.

"An einigen Orten heiß wie nie zuvor in den Messreihen, außerordentlich sonnig und eher trocken, aber auch von lokalen Unwettern geprägt", bilanzierte Helmut Derka von der ZAMG-Klimaabteilung. "Mit Sicherheit gehört der Juli 2006 zu den wärmsten in den verschieden langen Messreihen."

Fast 5 Grad über Normalwerten
Österreichweit lagen die Monatsmittel der Temperatur verbreitet um 3,5 bis 4,5 Grad über den Normalwerten, an einigen Orten im Westen, wie Kufstein, Bischofshofen und St. Wolfgang, auch noch mehr. In Teilen der Obersteiermark, des südlichen Niederösterreichs sowie des Burgenlandes war es etwas "kühler" - dort wurden die langjährigen Mittel "nur" um rund drei Grad übertroffen.

"Extreme Tageshöchstwerte" wurden laut Derka nicht gemessen: Die Temperaturen lagen zwischen 4,4 Grad am 17. Juli in Mariapfarr und dem Maximalwert von 36,8 Grad am 21. Juli in Langenlebarn bei Tulln.

Der Regen ist ausgeblieben
Die Monatssummen des Niederschlags betragen in weiten Teilen Österreichs nur 25 bis 75 Prozent des Normalwertes. In Ostösterreich zwischen Amstetten, Retz und Neusiedl/See war der Juli 2006 noch trockener mit weniger als 25 Prozent des Solls.

Nur kleinräumig im südlichen Salzburg, in Teilen der Obersteiermark und des Mühl- und Waldviertels, wurden annähernd normale Niederschläge verzeichnet. Bruck an der Mur mit 131 Prozent des langjährigen Durchschnitts und Rohrbach (OÖ) mit 132 Prozent sind die großen Ausnahmen. Dort sorgten heftige, kurze Regenfälle für überdurchschnittliche Mengen.

Bregenz, Innsbruck, Salzburg, St. Pölten und Eisenstadt verzeichneten bisher schon mehr Sonnenstunden als in den Jahren zuvor. In Linz und Wien könnten sich heute noch neue Höchstwerte ausgehen. Bis Ende Juli verzeichnete Wien mit 355 die meisten und Graz mit 294 die wenigsten Sonnenstunden.

Wiener Bäder weiter auf Rekordkurs
Die Sommerhitze im Juli hat den Wiener Freibädern auch einen neuen Monats-Besucherrekord verschafft. Bis Ende Juli wurden rund 1,35 Millionen Gäste gezählt. Der bisherige Juli-Rekordwert stammte aus dem Jahr 1994 und lag bei 1,129.299 Sonnenhungrigen.

Der bisherige Gesamtbesuch 2006 stieg auf 2,232.059 Besucher, das sind um 699.810 oder 45,67 Prozent mehr als bis Ende Juli 2005. Auch der Gesamtbesuch des Vorjahres (1,966.467) wurde bereits deutlich überschritten, und zwar um 265.592 Besucher oder 13,51 Prozent

(apa/red)