Schwimm-Meeting in Hamburg: Markus Rogan wird über 100 m Rücken Dritter

Kraulsprint-Weltrekord von Roland Schoeman

Die Premiere des neuartigen Schwimm-Meetings am Hamburger Rothenbaum ist am Samstag Nachmittag von einem Kurzbahn-Weltrekord über 50 m Kraul durch den Südafrikaner Roland Schoeman gekrönt worden. Markus Rogan wurde über 100 m Rücken in 52,64 Sekunden Dritter. Ansonsten gab es viel Show und reichlich Sport, aber auch einige Leerläufe. Am Sonntag wird das Meeting fortgesetzt und abgeschlossen.

Etliche internationale Asse waren in die Hansestadt gekommen - aus Neugier, wegen des Preisgelds und teilweise auch der Rekorde wegen. So die Südafrikaner, deren Vorbereitung auf dieses Meeting ausgerichtet war. Anders bei den Europäern, deren Höhepunkt die EM vergangene Woche in Budapest war. Und eine Woche macht auf so hohem Niveau in der Formkurve schon einiges aus.

Bei Schoeman passte es aber, in 20,98 Sekunden blieb der 26-Jährige bereits im Semifinale um 12/100 unter dem am 25. März 2004 in East Meadow vom Franzosen Frederic Bousquet fixierten bisherigen Weltrekord und damit als erster Mensch in einem Rennen überhaupt unter 21 Sekunden. Über 100 m Kraul legte Schoeman mit der starken Siegerzeit von 46,70 Sekunden nach, im Kraulsprint-Endlauf setzte er sich in 21,28 durch.

Rogan durfte mit seiner Zeit zufrieden sein, auch wenn sie 1,84 Sekunden über seinem OSV-Rekord liegt. Der 24-Jährige ist ja aber durch virale Infekte gehandicapt. "Unrasiert war ich noch nie so schnell. Leider bin ich am Schluss etwas eingegangen", erklärte der Wiener. Es siegte der deutsche Lokalmatador Helge Meeuw in 51,55 vor dem russischen Europameister Arkadij Wjatschanin in 52,48. Der Ungar Laszlo Cseh wurde in 52,74 Vierter.

Sehr stark war die Vorstellung von Antje Buschschulte im Delfinsprint, in 25,73 überholte die Deutsche im ewigen Ranking die jetzt sechstplatzierte Wienerin Fabienne Nadarajah (25,95) und nimmt nun hinter den Schwedinnen Anna-Karina Kammerling (25,33) und Therese Alshammar (25,65) Rang drei an. Buschschulte war sozusagen die Ausnahme, ansonsten blieben die Stars der EM etwas hinter ihrer EM-Form.

Die Veranstaltung ist aber dennoch ein Gewinn für die Szene und könnte Schule machen. Rogan: "Das ist das Beste, was das Schwimmen derzeit bieten kann. Vom Niveau und der Leistung her sind die besten Athleten da." Die Aktiven hatten sich gut auf das neue Format eingestellt, ihnen wurde es durch das Nichteinhalten des Zeitplans aber nicht leicht gemacht. So litt wohl die Konzentration und in Folge auch die Leistungen ein wenig darunter.

Enttäuschend war der Besuch, die 11.000 Zuschauer fassende Halle am Rothenbaum war nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Der zeitgleich stattfindende Saison-Auftakt der deutschen Fußball-Bundesliga mit dem Heimmatch des Hamburger SV gegen Arminia Bielefeld spielte da wohl mit. Den erschienenen Fans wurde aber einiges geboten, auch abseits der Schwimm-Bewerbe mit Semifinali auf den 50-m-Strecken und sonst nur Finali.

Gastgeberin Franziska van Almsick moderierte das Geschehen gemeinsam mit einem Moderatoren-Duo am Beckenrand, als Kleiderträger für die Aktiven fungierten wohl geformte männliche und weibliche Models in Badekleidung, der Hamburger Tom Sietas bot mit 213 m einen Apnoe-Weltrekord im Streckentauchen mit Flossen und in einem Prominenten-Wasserballmatch traten u.a. die Box-Brüder Wladimir und Witalij Klitschko in Aktion.

Weltverband-Präsident Mustapha Larfaoui sah sich das Ganze an und beglückte die Gewinner des Nachmittags bei der abschließenden Siegerehrung zum Abschluss der Parade aller teilgenommenen Athleten mit Medaillen. Auch Boris Becker durfte eine Zeit lang mitkommentieren, womit am Rothenbaum der Bogen zum Tennis gespannt war. Rogan erste Analyse: "An der Struktur sollten wir festhalten, aber es ist auch einiges zu verbessern."

So etwa bei der Moderation, bei der der OSV-Star im Gegensatz zur ursprünglichen Abmachung nicht zum Zug kam. Am Sonntag wird Rogan aber eingebunden. Dafür strich er seinen Start über 50 m Rücken, sein Antreten als "Hase" über 200 m Kraul beim Weltrekord-Versuch des Niederländers Pieter van den Hoogenband bleibt aufrecht. "Ich werde 100 m mitgehen und dann ausschwimmen oder aussteigen", meinte Rogan dazu.
(apa)