Schwimm-EM: Weltrekord von Ausnahme- Athletin Laure Manaudou über 400 m Kraul

Französin erreichte Top-Marke von 4:02,13 Minuten

Der Schlusstag der 28. Langbahn-Schwimm-EM in Budapest hat den vierten Schwimm-Weltrekord dieser Titelkämpfe gebracht. Die Französin Laure Manaudou unterbot am Sonntag über 400 m Kraul ihre am 12. Mai bei den nationalen Meisterschaften in Tours fixierte Marke, in 4:02,13 Minuten blieb sie um 9/10 Sekunden darunter. Erfolgreiche Titelverteidigungen gelangen Laszlo Cseh über 400 m Lagen und Otylia Jedrzejczak über 200 m Delfin.

Manaudou ging von Beginn an ein eigenes Tempo, ihre einzige Gegnerin war die Uhr. Umso erstaunlicher, dass die 19-Jährige auf den Europarekord über 800 m Kraul nun noch zu einer Draufgabe fähig war. "An den Weltrekord habe ich gar nicht gedacht, das ist ein Bonus." Unmittelbar danach holte Manaudou mit der 4x100-m-Lagen-Staffel Bronze. Im Einzel gewann sie in Budapest über 400 und 800 m Kraul, 200 m Lagen und 100 m Rücken.

Die Vielstarterin ist damit die erfolgreichste Teilnehmerin dieser Titelkämpfe, doch auch Jedrzejczak beeindruckte. Rund zehn Monate nach einem schweren Autounfall mit tödlichem Ausgang für ihren Bruder kehrte die Polin körperlich und geistig frisch auf die Schwimm-Weltbühne zurück, entschied nach den 200 m Kraul die lange Delfin-Strecke in 2:07,09 für sich. "Es war hart, ich hatte nur ein halbes Jahr trainiert. Bei der WM werde ich noch besser sein."

Wie die beiden genannten Damen verteidigte auch Laszlo Cseh seinen Titel mit Erfolg, über 400 m Lagen verfehlte er seinen Europarekord in 4:09,86 nur um 23/100. "Ich wollte mir den Weltrekord (Anm.: 4:08,26/Michael Phelps/USA) holen, war aber im Finish zu müde", sagte der Ungar. Die Italiener Luca Marin und Alessio Boggiatto kamen auch auf das Podest. Bronze ging mit 4:16,34 weg, 1,41 Sekunden unter Rogans OSV-Rekordzeit von 2004.

Im Kraulsprint der Herren setzte sich Bartosz Kizierowski wie schon 2002 in Berlin durch, in 21,97 hatte der Pole 9/100 Vorsprung auf den Ukrainer Oleksandr Woljnets. Der Kroate Duje Draganja gewann Bronze. Über 50 m Kraul der Damen holte Britta Steffen in 24,72 Sekunden ihren zweiten Einzel-Titel, die deutsche Aufsteigerin ließ die schwedische Titelverteidigerin Therese Alshammar und die Niederländerin Marleen Veldhuis hinter sich.

Der Brustsprint der Damen ging in 31,69 an die Russin Jelena Bogomazowa vor der Britin Kate Haywood und der Ungarin Agnes Kovacs. Über 4x100 m Lagen rettete sich Großbritanniens Quartett mit Melanie Marshall, Kirsty Balfour, Terri Dunning und Francesca Halsall in 4:02,24 als Sieger-Team ins Ziel, die heranbrausende Steffen blieb für Deutschland nur 11/100 zurück. Bei den Französinnen war Manaudou schnellste Rückenschwimmerin im Feld.

200-m-Rücken-Europarekordler Arkadij Wjatschanin war schließlich für die russische Lagenstaffel mit seinem Rückenpart der Wegbereiter zu Gold, in 3:34,96 mit EM-Rekord. Mit im Quartett waren Roman Sludnow, Nikolaj Skwortsow und Andrej Kapralow. Da blieb Titelverteidiger Ukraine nur Rang zwei und den Briten Platz drei. Die Russen entschieden mit siebenmal Gold auch die Medaillen-Wertung für sich, Österreich landete an 13. Stelle. (apa/red)