"Schwerster Einbruch der Nachkriegszeit":
Wirtschaft schrumpft um bis zu 2,7 Prozent

Düsterer Ausblick von Wifo und IHS für Österreich Bis zu 100.000 Arbeitslose zusätzlich zu erwarten<br>IHR KOMMENTAR: Sind Sie von der Krise betroffen?

"Schwerster Einbruch der Nachkriegszeit":
Wirtschaft schrumpft um bis zu 2,7 Prozent © Bild: APA/DPA/Steffen

Österreich kann sich der weltweiten Rezession nicht entziehen: Die heimische Wirtschaft dürfte heuer um 2,2 bzw. 2,7 Prozent schrumpfen, nehmen Wifo und IHS in ihrer Frühjahrsprognose an. 2010 soll es dann wieder leicht aufwärtsgehen: Das Wirtschaftsforschungsinstitut rechnet mit 0,5 Prozent BIP-Plus für kommendes Jahr, das Institut für Höhere Studien mit 0,4 Prozent Plus.

2008 ist Österreichs Wirtschaft noch um 1,8 Prozent gewachsen. Düster sind die Aussichten für Arbeitsmarkt und Budget: Das Defizit dürfte heuer 3,5 Prozent betragen und 2010 auf vier Prozent steigen.

"Die Weltwirtschaft ist in einer tiefen Rezession", der sich "Österreich als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft nicht entziehen kann", erklärten die Experten bei der Prognose-Vorlage am Freitag. Es handle sich um "den schwersten Wirtschaftseinbruch der Nachkriegszeit".

Vor allem ein starker Einbruch bei Exporten, Produktion und Investitionen schwächt die Wirtschaftskraft Österreichs im heurigen Jahr, während der Privatkonsum durch die hohen Lohnabschlüsse 2008, die Steuerreform und verschiedene Transfers dieses und nächstes Jahr weiterhin real wächst.

Arbeitslosenquote schießt nach oben
Die Arbeitslosenquote nach heimischer Berechnung dürfte 2009 auf fast 7,5 Prozent und 2010 auf über acht Prozent klettern. Die Beschäftigtenzahl dürfte, nach mehreren Jahren mit Zuwächsen, heuer um über ein Prozent und 2010 nochmals um 0,5 Prozent zurückgehen.

2010 sollten dann auch international die Maßnahmen zur Konjunkturstützung greifen. Dies werde die Nachfrage stabilisieren, so dass Österreichs Wirtschaft um 0,5 Prozent wachsen kann, hoffen die Fachleute. Wie in den meisten EU-Staaten wird die Drei-Prozent-Grenze beim Budgetdefizit laut Maastricht allerdings mit heuer 3,5 und nächstes Jahr vier Prozent überschritten werden, so das Wifo. Die Konjunkturpakete hält das IHS "noch für ausreichend dotiert".

(apa/red)