Iran von

Heftiges Erdbeben

Stärke von 8,0. Sogar in Neu-Delhi zu spüren. Todesopfer gab es nur in Pakistan.

Erdbeben im Iran © Bild: imago stock&people

Ein schweres Erdbeben ist am Dienstag im Iran entgegen ersten Befürchtungen offenbar relativ glimpflich ausgegangen. Der Gouverneur der betroffenen Region Sistan-Balouchestan, Hatam Narouji, sagte der Nachrichtenagentur Isna: "Glücklicherweise hat es keine Todesopfer gegeben." Das Epizentrum lag wohl in einem kaum bewohnten Wüstengebiet nahe der Grenze zu Pakistan. In Pakistan kamen aber nach Angaben regionaler Behörden mindestens 34 Menschen ums Leben.

Nach Angaben des pakistanischen Staatsfernsehens stürzten allein in dem Grenzort Mashkail mehr als tausend Lehmhäuser in sich zusammen. Es seien - so ein Mitarbeiter des nationalen Katastrophenschutzes des Landes - etwa 200 Personen verletzt worden.

Zuvor hatten staatliche Medien von 40 Toten berichtet, was jedoch vom Krisenmanager bestritten wurde. "Es gibt bisher keine Toten. Das Zentrum des Bebens ist rund 90 Kilometer von Khash entfernt. In der Stadt, die im gleichnamigen Bezirk liegt, leben etwa 57.000 Menschen. In Sarawan, ebenfalls in unmittelbarer Umgebung, sind keine großen Schäden zu sehen. Wir haben das Zentrum unserer Einsatz- und Hilfskräfte alle in die Stadt Sarawan verlegt und können von hier aus sehr gut koordinieren", so Arbabi weiter.

"Der Schock sitzt tief. Überall sind die Menschen ins Freie geflüchtet und Erinnerungen an das schwere Erdbeben von Bam im Jahr 2003 wurden wach", erklärt ein Mahsa E., Einwohnerin in der Provinz Balouchestan im APA-Gespräch. "Erst heute Früh habe ich mir gedacht, dass die Leute in den USA gerade dabei waren, 9/11 zu vergessen und dann diese schrecklichen Anschläge und wenige Stunden später werden wir selbst mit diesem Erdbeben daran erinnert, wie schnell alles zu Ende sein kann", so die 33-jährige Mutter zweier Kinder.

Strom- und Telefonverbindungen gekappt

"Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren", sagte ein Regierungsvertreter. Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen. Der russische Erbauer des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr, Atomstroyexport, erklärte, an der Anlage sei kein Schaden entstanden.

© APA/Hirsch

Die Erschütterungen waren in der gesamten Golfregion und darüber hinaus zu spüren. Augenzeugen zufolge wackelten Gebäude in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, in Katar und Dubai. Ein Mitarbeiter des iranischen Innenministeriums meinte, dass es sich um das schwerste Erdbeben im Iran seit 40 Jahren handle. Tröstlich sei, dass der Erdstoß in größerer Tiefe bei rund 15,2 Kilometern lag, so dass die Erschütterungen gedämpft wurden, so der Beamte weiter.

Erst vor einer Woche waren bei einem Erdbeben in Iran mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Im Dezember 2003 gab es in der Stadt Bam 31.000 Todesopfer zu beklagen. "Das Problem an sich ist, dass der Iran sehr erdbebengefährdet ist. Hinzu kommt, dass wir hier im Süden eher Gebäude haben, die nicht gerade erdbebensicher sind", ergänzt Mahsa.

Keine Schäden an Atomkraftwerk
Obwohl staatliche Medien berichteten, dass das Strom- und Telefonnetz in den größten Teilen der Provinzen Sistan und Balouchestan unterbrochen war, waren mehrere Menschen vor Ort für die APA erreichbar. Das iranische Atomkraftwerk Bushehr sei nicht beschädigt worden. Die Erschütterungen waren in der gesamten Golfregion und darüber hinaus zu spüren. Augenzeugen zufolge wackelten Gebäude in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, in Katar und Dubai.

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