Schweres Busunglück in Niederösterreich: Vier Tote und 38 zum Teil schwer Verletzte

Fahrzeug aus Tschechien stürzt 8 m über Böschung Unfallhergang: Lenker wollte einem Reh ausweichen<br>DURCHKLICKEN: Die BILDER vom Crash in Schrems!

Schweres Busunglück in Niederösterreich: Vier Tote und 38 zum Teil schwer Verletzte

Vier Menschenleben hat ein Busunfall im niederösterreichischen Waldviertel gefordert. 38 Personen wurden verletzt, nur drei Mitglieder der tschechischen Reisegruppe blieben unversehrt. Das Fahrzeug war gegen 5.00 Uhr früh auf der Waldviertel-Bundesstraße (B2) zwischen Schrems und Vitis (Bezirk Gmünd) in einer leichten Rechtskurve auf der linken Seite über eine acht Meter hohe Böschung gestürzt und auf dem Dach liegen geblieben.

Der Unfall löste einen Großalarm in der Region aus. Die Rettung stellte laut NÖ Rettungsleitstelle LEBIG rund 100 Helfer mit 41 Rettungs- und sechs Notarztwagen sowie zwei Hubschraubern. Für vier Personen kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr, mit 95 Mann und 21 Fahrzeugen im Einsatz, musste Eingeklemmte aus dem auf dem Dach liegenden, stark eingedrückten Fahrzeug bergen. Innerhalb einer Stunde waren alle Verletzten erstversorgt, sie wurden in die verschiedensten Krankenhäuser - von Freistadt (OÖ) über das Waldviertel bis Wien - gebracht.

Die Reisegruppe aus dem Raum Pilsen, darunter auch Behinderte mit ihren Betreuern, war auf der Fahrt von Kroatien in die Heimat gewesen. Der - ebenfalls verletzte - Lenker hatte den Bus laut NÖ Sicherheitsdirektion in Wien übernommen. Nach Angaben des Bezirkspolizeikommandos Gmünd und der Dienststelle Schrems sagte der - schlecht Deutsch sprechende - 31-Jährige aus, er habe einem Reh ausweichen wollen, weshalb er nach links verriss. Der Chauffeur wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen.

Im Laufe des Vormittages trafen Angehörige aus Tschechien in Schrems ein. Das tschechische Busunternehmen schickte zwei Busse, um die Unverletzten bzw. jene, bei denen ambulante Behandlung genügt hatte, abzuholen. Das Rote Kreuz entsandte ein Kriseninterventionsteam zur psychologischen Betreuung.

Die Polizei war in der Folge in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt mit der Feststellung der Identitäten der Opfer beschäftigt. Weiters galt es zu klären, wer in welches Spital gebracht worden war. Auf Grund der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten wurden für die Befragungen der unversehrt Gebliebenen Dolmetscher hinzugezogen.

Nach der Untersuchung durch die Unfallkommission musste der Bus von der Feuerwehr, die zuvor auch die herausgeschleuderten Gepäckstücke geborgen hatte, mit Hilfe eines 70-Tonnen-Kranfahrzeugs aufgerichtet werden. Die B2 war im Unfallbereich in beiden Richtungen stundenlang gesperrt.

Schon zweites schweres Busunglück heuer
Der verheerende Unfall bei Schrems ist heuer bereits das zweite schwere Busunglück auf Niederösterreichs Straßen. Anfang Juni war ein moldawischer Reisebus - ebenfalls am frühen Morgen - im Bezirk Mödling von der Südautobahn (A2) abgekommen und in den Wiener Neustädter Kanal gestürzt. Drei Menschen starben, eine Person wurde schwer verletzt. (apa/red)