Schwerer Tropensturm fegt über Taiwan
hinweg: 11 Menschen in den Tod gerissen

Unter Todesopfern auch ein einjähriges Mädchen Alle Verkehrsverbindungen unterbrochen. BILDER!

Schwerer Tropensturm fegt über Taiwan
hinweg: 11 Menschen in den Tod gerissen © Bild: Reuters/Stringer

In Taiwan hat ein schwerer Tropensturm mindestens elf Menschen in den Tod gerissen. Der Sturm Kalmaegi fegte hohen Windgeschwindigkeiten und heftigen Niederschlägen über die asiatische Insel hinweg. Drei Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte noch vermisst. Verkehrsverbindungen zu Land und in der Luft waren unterbrochen.

Unter den Todesopfern in Taiwan waren ein einjähriges Mädchen und sein minderjähriger Onkel, wie die Feuerwehr mitteilte. Die schwangere 27-jährige Mutter der Kleinen wurde leicht verletzt, als das Haus der Familie im südlichen Bezirk Kaohsiung unter einer Schlammlawine begraben wurde. "Es ist so schnell passiert, (...) ich hatte keine Zeit, sie zu retten", sagte der Ehemann der Frau dem Fernsehsender ERA, nachdem das Paar aus der Luft in Sicherheit gebracht worden war. In der Stadt Taichung stürzte laut ERA ein Soldat im Sturm in einen Abwasserkanal und ertrank. Ein weiteres Paar ertrank, als das Boot kenterte, in dem es gerettet werden sollte.

In mehreren Landesteilen im Süden und im Zentrum Taiwans brachten Rettungskräfte etwa 80 von Schlammlawinen und Fluten eingeschlossene Menschen in Sicherheit. Fernsehbilder zeigten Einwohner, die gegen steigende Fluten kämpften. Einige Straßen waren durch die heftigen Regenfälle beschädigt oder komplett blockiert.

Fischer flüchten in Häfen
In mehreren Bezirken wurden Behörden und Schulen geschlossen, rund 3.600 Fischer suchten Zuflucht in Häfen. Zudem wurden zahlreiche Bahnverbindungen gestrichen, fast 20 nationale und internationale Flüge hatten Verspätung oder wurden abgesagt. Durch die Zerstörung von Feldern und Höfen richtete der Sturm nach Regierungsangaben wirtschaftliche Schäden von rund 111 Millionen Taiwan-Dollar (etwa 2,3 Millionen Euro) an.

Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 83 Stundenkilometern befand sich rund 70 Kilometer östlich der Insel Matsu und hielt auf die Ostküste Chinas zu. In den Provinzen Fujian und Zhejiang wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua 360.000 Menschen in Sicherheit gebracht, 61.000 Fischerboote wurden zur Rückkehr in die Häfen aufgefordert. Kalmaegi ist bereits der siebente schwere Sturm des Jahres in der Region. (apa/red)