Schwerer Sturz von Scheiber in Chamonix: Keine Wirbelsäulen- und Kopf-Verletzungen

Krachte im Training mit Kopf und Rücken auf Piste Knochenbrüche aber keine Blutungen im Gehirn<br>Kritik von Walchhofer: "Es ist einfach zu schnell!"

Schwerer Sturz von Scheiber in Chamonix: Keine Wirbelsäulen- und Kopf-Verletzungen © Bild: APA/EPA

Nur eine Woche nach dem verhängnisvollen Sturz von Hans Grugger im Abfahrtstraining in Kitzbühel muss das ÖSV-Team mit dem nächsten Schock fertig werden: Mario Scheiber stürzte im Auftakt-Training in Chamonix schwer und musste mit dem Hubschrauber ins Mont-Blanc-Krankenhaus nach Sallanches geflogen werden. Erst nach einer Computertomographie durfte aufgeatmet werden, der Osttiroler überstand den Crash ohne Kopf- und Wirbelsäulenverletzung.

"Mario hat sich das rechte Schlüsselbein gebrochen. Zudem hat er sich einen Nasenbeinbruch und eine Nasen-Nebenhöhlenfraktur zugezogen. Die gute Nachricht ist, dass keine Blutungen im Gehirn erkennbar sind. Auch die Wirbelsäule, der Schädel-Knochen sowie die Arme und Beine sind in Ordnung. Mario ist ansprechbar, sein Zustand ist stabil. Er wird die Nacht im Krankenhaus zur weiteren Beobachtung verbringen", teilte ÖSV-Teamarzt Martin Gruber mit.

Scheiber war mit Nummer 14 gestartet und auf dem Weg zu einer Bestzeit, als es ihm unmittelbar vor einer Welle die Ski verschnitt. In der Folge hob es den 27-Jährigen aus, nach einer Drehung schlug er mit dem Kopf und Rücken hart auf der Piste auf und schlitterte bewusstlos ins Sicherheitsnetz. "Er war zuerst bewusstlos, war aber dann ansprechbar und orientiert. Er hat bekannte Personen noch an der Unfallstelle erkannt", betonte Gruber.

Aufgrund der Hubschrauber-Bergung musste das Training für eine halbe Stunde unterbrochen werden. Scheiber, der auch Schürfwunden im Gesicht erlitt, erhielt noch vor dem Abtransport mit dem Helikopter eine Infusion. "Hoffentlich bringt der Arzt diesmal gute Nachrichten ins Hotel", meinte Romed Baumann sichtlich geschockt. Sein Wunsch wurde diesmal im Gegensatz zur Vorwoche Realität.

Denn Grugger wird seit mittlerweile einer Woche auf der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik versorgt, wobei die jüngsten Meldungen vorsichtig optimistisch sind. Die Aufwachphase des Salzburgers nach dem künstlichen Tiefschlaf verlaufe wie geplant.

Kritik von Walchhofer
Im Gegensatz zur Kitzbüheler Streif zählt die 3.370 m lange "Piste La Verte" in Chamonix nicht zu den großen Herausforderungen im alpinen Ski-Weltcup der Herren. "Aber solche Verschneider sind typisch für so eine eher leichte Abfahrt", merkte ÖSV-Routinier Michael Walchhofer an, der das erste Training als Achter beendete.

Gleichzeitig appellierte der 35-jähriger Salzburger aufgrund des immer höher werdenden Tempos in der Königsdisziplin an die Verantwortlichen des Weltverbandes (FIS): "Man muss sich etwas überlegen mit den Geschwindigkeiten, es ist einfach zu schnell. Und das Material darf auch nicht so aggressiv bleiben, wie es ist. Das muss wieder humaner werden."

Angesichts der jüngsten Ereignisse fällt Walchhofer, der mit Saisonende seine aktive Karriere beenden wird, sein Rücktritt nicht mehr schwer. "Irgendwie denkst du dir dann schon, wenn's in zwei Monaten vorbei ist, dann passt das eh", betonte der Ex-Weltmeister.

(apa/red)

Kommentare

Jetzt geht wieder alles von vorne los... Für die Medien super Schlagzeilen "und Kohle"
für Kritker wieder zu sagen, wieso man nichts ändert nach dem schweren Sturz von Grugger schon..

und für User freien Lauf wieder "kluge" Kommentare zu schreiben.

Aber seit mal ehrlich, diese Sportler wissen zu 100% auf was diese sich einlassen, bzw was passieren kann.

Und das Ergebniss ist doch nur logisch, wer schnell sein will fahrt Idealline, braucht hohe Geschwindigkeit, und wenn man dann eine Welle übersieht oder ein technischer Fehler passiert, endet sowas in einen schweren Unfall.

Und ja es wird nur eine Frage der Zeit sein bis sowas tödlich enden wird, und DANN schreien wieder alle groß herum, wieso die Veranstalter solche Strecken zum Rennen freigeben etc..

Jeder Läufer entscheidet sich für das Risiko keiner wird gezwungen!

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