Schwerer Öl-Unfall in Wien-Favoriten: Tausende Liter in Liesingbach geflossen

70 Tonnen schwerer Trafo beim Umladen gekippt Substanz ist angeblich geruchlos und ungiftig

Schwerer Öl-Unfall in Wien-Favoriten: Tausende Liter in Liesingbach geflossen © Bild: APA/HOCHMUTH

Bei einem Transportunfall sind in der Gutheil-Schoder-Gasse in Wien-Favoriten vermutlich tausende Liter Trafo-Öl in den Liesingbach geflossen. Ein 70 Tonnen schwerer Trafo war gegen 3.30 Uhr beim Umladen von einem Lkw auf den anderen gekippt, woraufhin ein Großteil der 20.000 Liter Trafo-Öl ausgetreten sind. Laut Polizei und Wienenergie ist die Substanz von Chemikern geprüft und für ungefährlich erklärt worden.

Es sollte eigentlich nur ein Routineeinsatz werden: Vom Umspannwerk Leopoldstadt wollte der Wiener Energieversorger eine riesige Trafostation ins Umspannwerk Wien-Süd transportieren lassen. Doch dabei passierte das Unglück: "Um die engen Kurvenradien im Werk bewältigen zu können, musste der Trafo auf einen kürzeren Tieflader umgeschlagen werden. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls war der Trafo bereits zehn Minuten auf dem kurzen Tieflader gestanden und der Verschiebevorgang war abgeschlossen", berichtete Markus Lackner von der Transportfirma Felbermayr. "Aufgrund dieser Tatsache wird derzeit ein technisches Problem vermutet. Personen kamen nicht zu Schaden. Eine aus dem Trafo entwichene Flüssigkeit ist aktuellen Analysedaten zufolge als ökologisch unbedenklich einzustufen", so der Unternehmenssprecher.

Um 3.40 Uhr wurde die Feuerwehr verständigt, die das Trafo-Öl gebunden hat. Christian Ammer von Wienenergie zur APA: "Der Trafo wiegt 70 Tonnen, davon 20 Tonnen Öl. Ein erheblicher Teil davon ist ausgeflossen und dabei ein Teil in die Kanalisation und in weiterer Folge in den Liesingbach. Eine Untersuchung hat aber ergeben, dass das Öl geruchlos und ungefährlich ist, vergleichbar mit Speiseöl." Die Trafostation sei jedenfalls kaputt, der Versicherungswert betrage 350.000 Euro.

"Umweltgefährdung nicht auszuschließen"
Etwas vorsichtiger formulierte es die Feuerwehr: "Eine mögliche Umweltgefährdung durch das Isolationsöl ist nicht auszuschließen", hieß es in einer Aussendung. Im Liesingbach wurden zwei Ölsperren (Höhe Triester Straße bzw. in Höhe Himberger Straße) errichtet. Das am Fluss treibende Öl wurde über Saugtankfahrzeuge und Chemikalienpumpen abgesaugt und in Chemikalienbehälter gepumpt. "Die kontaminierten Uferbereiche des Liesingbaches werden nach Säuberung des Oberflächenkanalsystems durch die Wienkanal durch die Feuerwehr provisorisch gereinigt werden. Die notwendige Feindekontamination des Ufers wird durch Fachfirmen erledigt werden." Die Feuerwehr war mit 25 Fahrzeugen und 100 Mann im Einsatz.

Grüne üben harte Kritik
Schwere Kritik kam indes von den Wiener Grünen: "Der heutige Vorfall ist bereits der dritte schwere Öko-Unfall innerhalb weniger Jahre. Ich fordere die Behörden auf, die Betriebe entlang der Liesing wirkungsvoller zu kontrollieren und dafür zu sorgen, dass die sich häufenden Umweltzerstörungen in der Liesing ein Ende haben. Der heutige Vorfall muss genau untersucht werden", so der Liesinger Klubobmann Georg Irsa. "Die heutige Ölverschmutzung hat katastrophale Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt der gerade erst renaturierten Liesing."

(apa/red)