Schwerer Kindesmissbrauch in Graz: Für Behörde war brutale Tat nicht vorhersehbar

Viermonatiges Baby mit Hirnblutungen und Trauma Kind liegt nach Notoperation auf Intensivstation

"Das war nicht vorherzusehen", hieß es am Montag von Seiten des Jugendamtes, nachdem am Sonntag bekannt geworden war, dass ein Grazer Ehepaar im Verdacht steht, seinen erst vier Monate alten Sohn über längere Zeit schwer misshandelt zu haben. Das Baby, das ein Schütteltrauma und lebensbedrohliche Hirnblutungen aufwies, wurde nach einer Notoperation im LKH Graz aufgenommen. Die Eltern wurden verhaftet.

Der Bub liegt nach wie vor auf der Kinderchirurgie in Graz. Die sechs Jahre alte Schwester wurde vorläufig bei einem Krisenpflegeplatz untergebracht. Nun wird vom Jugendamt geprüft, ob die Großeltern in der Lage sind, sich der Kindern anzunehmen. Sonst sollen die beiden bei Pflegeeltern untergebracht werden.

Die 29 Jahre alte Mutter, die sich nach eigenen Angaben seit vier Jahren in einem Drogenentzugsprogramm befindet, war bereits kurz nach der Geburt des Buben mit ihm im Krankenhaus gewesen, weil er Entzugserscheinungen aufgewiesen hatte. "Damals hat sich die Mutter selbst bei uns gemeldet", hieß es seitens des Jugendamtes. Danach wurde auch das familiäre Umfeld überprüft. Es konnte jedoch kein Hinweis auf eine Gefährdung für die Kinder festgestellt werden.

"Ein Drogenersatzprogramm ist keine Indikation, der Familie die Kinder wegzunehmen", erklärte eine Mitarbeiterin des Jugendamtes. Meist seien die betroffenen Eltern durchaus in der Lage, ihren Erziehungskompetenzen nachzukommen.
(apa)