Schwere Unfälle durch Silvesterkracher:
Zahlreiche Verletzungen mit der Knallerei

Techniker schoss sich mit einer Waffe in den Bauch Fazit eines Polizisten: "So schlimm war es noch nie"

Schwere Unfälle durch Silvesterkracher:
Zahlreiche Verletzungen mit der Knallerei

In Österreich haben sich auch heuer wieder zahlreiche zum Teil schwere Unfälle in Folge der Silvester-Knallerei ereignet. In den meisten Fällen war unsachgemäßer Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen die Ursache. In der Steiermark schoss sich ein Techniker im Bezirk Judenburg beim Hantieren mit einer Waffe in den Bauch. Für Oberösterreich zog ein Polizist Bilanz nach der Nacht: "So schlimm war es noch nie."

In Wien hatte ein 14-Jähriger im Innenhof einer Wohnhausanlage Schwarzpulver in eine Flasche gefüllt. Der Schüler hielt diese, als sein 13-jähriger Begleiter den Inhalt entzündete. Beim Eintreffen der Hilfskräfte lag der Bub am Boden und blutete an der erheblich verletzten Hand so wie aus dem Mund. Er und sein Freund erlitten außerdem Verletzungen an den Augen. Nach Angaben der Polizei wurden in der Silvesternacht in Wien insgesamt 125 Anzeigen wegen Übertretung des Pyrotechnikgesetzes erstattet bzw. Organmandate ausgestellt und mehrere hundert pyrotechnische Gegenstände aller Art sichergestellt.

Obwohl die oberösterreichischen Behörden eindringlich auf Gefahren von insbesondere illegal aus dem Ausland eingeführten pyrotechnischen Artikeln aufmerksam gemacht haben, sind damit schlimme Verletzungen und schwere Sachschäden angerichtet worden. In Bad Goisern (Bezirk Gmunden) ist einem 26-Jährigen beim Zünden eines aus Osteuropa stammenden Feuerwerkes eine Rakete ins Auge geschossen worden.

Von herabfallender Rakete getroffen
Auch am Auge verletzt wurde ein 38-Jähriger in Walding (Bezirk Urfahr-Umgebung). Er ist vom herabfallenden Stiel einer Feuerwerksrakete getroffen worden. Ebenfalls in Walding wollte ein 16-Jähriger aus einzelnen Krachern, im vergangenen Jahr aus Tschechien importiert, einen Dreifach-Böller basteln. Beim Aufschneiden von einem der Knallkörper dürfte sich dieser durch Reibungshitze selbst entzündet haben und explodierte. Der Jugendliche wurde an der rechten Hand, im Gesicht und im Brustbereich verletzt.

Finger verloren
Im Bezirk Radkersburg in der Steiermark detonierte am Nachmittag in einem Raum ein Böller in der Hand eines 22-Jährigen, der dabei zwei Finger ganz bzw. teilweise verlor. Ein neben stehender Bursche wurde ebenfalls verletzt. In Niederösterreich ist ein 15-Jähriger bei einer Silvesterfeier im Bezirk Tulln im Gesicht verletzt worden. Eine Rakete traf den Schüler.

Zahlreiche Verletzte sind in Tirol auf das Konto der alljährlichen Silvesterknallereien gegangen. Eine in der Hand explodierte Rakete verletzte einen jungen Mann in Brixlegg schwer. Verbrennungen im Gesicht, Bauchbereich und an den Händen hatte ein 17-Jähriger davongetragen, als er in Fügen im Tiroler Zillertal kurz vor Mitternacht auf einem Feld eine Abschussrampe für Raketen baute. Bei den Vorbereitungsarbeiten explodierte aus unbekannter Ursache ein Feuerwerkskörper.

In Seeboden am Millstätter See (Bezirk Spittal/Drau) in Kärnten versuchte ein 20-Jähriger, einen Böller zu entzünden. Er hielt den Feuerwerkskörper direkt über eine Feuerfontäne, worauf dieser in seinen Händen explodierte. Dem Burschen wurden einige Finger-Glieder weggerissen. Ebenfalls im Bezirk Spittal, in Gmünd, wollte ein 22 Jahre alter Elektriker eine Rakete, die in einem Schneewall steckte, wieder aufstellen - sie detonierte in seiner Hand. Der Mann kam mit schweren Verletzungen ins Spital.
(apa/red)